Aktualisiert 24.10.2013 12:50

GeldwäschereiBundesrat befasst sich mit Online-Währung Bitcoin

Die digitale Währung Bitcoin gerät wegen ihrer Beliebtheit bei Kriminellen ins Visier des Bundesrates. Er untersucht auch, ob es sich dabei um ein verbotenes Schneeballsystem handelt.

Laut FBI wird Bitcoin von Kriminellen genutzt, um Geld global zu verschieben.

Laut FBI wird Bitcoin von Kriminellen genutzt, um Geld global zu verschieben.

Der Bundesrat zeigt sich bereit, die Risiken der unregulierten, digital generierten Währung Bitcoin zu untersuchen. Er befürwortet ein entsprechendes Postulat. Bitcoin ist eine im Internet gehandelte Währung, die auf die Idee eines anonymen Programmierers aus dem Jahr 2008 zurückgeht. Kernelement von Bitcoin ist, dass die digitale Währung von keiner Zentralbank kontrolliert wird. In den vergangenen Jahren stiegen Verbreitung und Beliebtheit - und auch der Kurs gegenüber dem Dollar.

Bitcoin und andere Online-Währungen stehen aber auch in der Kritik, spätestens seit Fälle publik wurden, in denen digitale Währungen zur Geldwäscherei und Finanzierung illegaler Geschäfte genutzt wurden. SP-Nationalrat Jean Christophe Schwaab (VD) fordert den Bundesrat nun in einem Postulat auf, einen Bericht über Bitcoin vorzulegen. Er soll die Risiken darlegen und Regulierungsmassnahmen erörtern.

Der Bundesrat zeigt sich damit einverstanden, wie aus der am Donnerstag publizierten Stellungnahme zum Vorstoss hervorgeht. Die Regierung begründet ihre positive Haltung nicht.

Verbotenes Schneeballsystem

Schwaab erwähnt nebst der zweifelhaften Rolle von Bitcoin für Kriminelle auch die Gefahr, dass es sich um ein Schneeball- oder Pyramidensystem handeln könnte. Dabei profitieren Personen, die sich im System befinden, von neuen Teilnehmern - bis nicht mehr genügend Personen nachrücken und das System zusammenbricht. Pyramidensysteme sind in der Schweiz verboten.

In den USA stehen Bitcoin und andere Online-Währungen seit einiger Zeit unter stärkerer Beobachtung. Laut FBI wird Bitcon von Kriminellen genutzt, um Geld global zu verschieben.

US-Börsenaufsicht warnt

Während Online-Währungen auch bei legitimen Geschäften eingesetzt werden, warnte die US-Börsenaufsicht SEC vor der Gefahr von Betrügereien. Gegen mehrere Geschäfte laufen Ermittlungen. Als US-Fahnder Anfang Oktober den mutmasslichen Betreiber des illegalen Onlineportals Silk Road festnahmen, beschlagnahmten sie auch eine grössere Menge Bitcoins.

Die New Yorker Finanzaufsicht kündigte im vergangenen August an, sie prüfe eine schärfere Regulierung. Die für den Handel der Währung zuständigen Online-Börsen könnten laut der Behörde gegen geltende Regeln für Finanzdienstleister verstossen. (sda)

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