Bundesrat befürwortet Deklarationspflicht für Pelze
Aktualisiert

Bundesrat befürwortet Deklarationspflicht für Pelze

Der Bundesrat befürwortet eine Deklarationspflicht für Pelzprodukte und unterstützt einen restriktiven Umgang mit Robbenprodukten.

Der Bundesrat beantragt dem Parlament die Annahme einer Motion von Tiana Angelina Moser (GLP/ZH) zur Deklarationspflicht für Pelzprodukte. Neue Kennzeichnungsvorschriften widersprächen grundsätzlich den Bestrebungen des Bundesrats zum Abbau der technischen Handelshemmnisse, schreibt der Bundesrat in seiner Antwort auf den Vorstoss. Er gewichte indes das Interesse der Konsumentinnen und Konsumenten, sich zu informieren und bewusst für oder gegen bestimmte Pelzprodukte entscheiden zu können, höher als das zusätzliche Handelshemmnis.

Entwicklungen in der EU berücksichtigen

Die konkrete Ausgestaltung der Deklarationsvorschriften werde aber noch zu prüfen sein, heisst es weiter. Sie müssten umsetzbar und kontrollierbar sein und dürften keinen unverhältnismässigen Aufwand nach sich ziehen. Die Entwicklungen in der EU betreffend die Umsetzung des Einfuhrverbots von Hunde- und Katzenfellen seien zu berücksichtigen.

Moser hatte in ihrer Motion bemängelt, ohne Deklarationspflicht sei es nicht möglich, das in der Schweiz seit vergangenem September gültige Importverbot für Hunde- und Katzenfelle umzusetzen. Zudem müsse dem Käufer eine klare Vorstellung vermittelt werden, ob er sich für einen Echtpelz entscheide und wenn ja, für welche Art.

Bundesrat unterstützt restriktiven Umgang mit Robbenprodukten

Der Bundesrat unterstützt eine restriktive Regelung beim Handel mit Produkten aus der Robbenjagd und empfiehlt eine Motion zur Annahme, die von der ständerätlichen Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK) eingereicht wurde und die unter anderem auch eine obligatorische Zertifizierung von art- und tiergerecht hergestellten Robbenprodukten vorschlägt.

Grundsätzlich sollen gemäss dem Vorstoss nur noch solche Produkte zugelassen werden, die aus einer staatlich bewilligten und kontrollierten Jagd stammen und die unter Einhaltung massgeblicher Tierschutzstandards hergestellt wurden. Dies sei ein pragmatischer Vorschlag, den es in seiner Stossrichtung zu unterstützen gelte, schreibt der Bundesrat in seiner am Donnerstag veröffentlichten Antwort auf die Motion. Zum Vorschlag einer Zertifizierung von Robbenprodukten äusserte er sich jedoch noch nicht im Detail. (dapd)

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