Unsichere Rodelbahn: Bundesrat begibt sich in Gefahr
Aktualisiert

Unsichere RodelbahnBundesrat begibt sich in Gefahr

Auf seinem «Schulreisli» rast der Bundesrat heute die Kronberg-Rodelbahn hinunter. Die Strecke ist laut einem Sicherheitstest unübersichtlich – und automatische Bremsen gibt es keine. Droht ein Auffahrunfall?

von
Nico Menzato

Der Bundesrat besucht auf seiner traditionellen Reise heute und morgen die Ostschweiz. Bundespräsident Hans-Rudolf Merz wird seinen Regierungskollegen in erster Linie seinen Heimatkanton Appenzell Ausser­rhoden zeigen, doch auch ein Abstecher nach Gonten AI ist geplant – zum Rodeln.

Was die Magistraten wohl nicht wissen: Die Kronberg-Bahn erhielt bei einem Sicherheitstest der Zeitschrift «Gesundheitstipp» gerade mal die Note 4. Von den Experten wurde insbesondere bemängelt, dass die Sichtweite an mehreren Stellen deutlich weniger weit als die geforderten 25 Meter ist. Zudem fehle eine automatische Bremse, die die Rodel im Zielbereich stoppt. Viele Unfälle passieren am Ende der Fahrt, wenn ein einfahrender Schlitten auf ­einen stehenden prallt.

Crashs sind keine Seltenheit: Laut Suva verletzen sich jedes Jahr rund 50 Personen auf Rodelbahnen so stark, dass sie zum Arzt oder ins Spital müssen.

Besteht also die Gefahr, dass Leuthard in Calmy-Rey kracht? «Sicher nicht», sagt Geschäftsführer Andreas Wyss. «Die Sichtweite ist ausreichend und Vorhänge und Tafeln animieren zum rechtzeitigen Bremsen.» Zudem sei die Bahn während des Besuchs fürs Publikum gesperrt.

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