Grossbritannien und Südafrika: «Auch 20 Prozent ansteckender ist schon zu viel»
Publiziert

Grossbritannien und Südafrika«Auch 20 Prozent ansteckender ist schon zu viel»

Nachdem in Grossbritannien und Südafrika Corona-Mutationen festgestellt wurden, verbietet der Bundesrat Einreisen aus diesen Ländern. Laut dem BAG wäre ein ansteckenderes Virus für das Schweizer Gesundheitswesen kaum zu verkraften.

von
Bianca Lüthy
1 / 8
Gestrandet: Zahlreiche Passagiere wollten am Sonntag noch aus London ausreisen.

Gestrandet: Zahlreiche Passagiere wollten am Sonntag noch aus London ausreisen.

20Minuten-Community
Dürfen auch in der Schweiz nicht mehr landen: Flugzeuge aus Grossbritannien.

Dürfen auch in der Schweiz nicht mehr landen: Flugzeuge aus Grossbritannien.

REUTERS
Das gleiche gilt für Flugzeuge aus Südafrika.

Das gleiche gilt für Flugzeuge aus Südafrika.

REUTERS

Darum gehts

  • Der Bundesrat verbietet Einreisen aus Grossbritannien und Südafrika.

  • Wer seit dem 14. Dezember aus diesen beiden Ländern in die Schweiz gereist ist, muss in Quarantäne.

  • Die Massnahmen wurde aufgrund des mutierten Coronavirus erlassen.

Aufgrund einer Mutation des Coronavirus, das in Grossbritannien sowie in Südafrika festgestellt wurde, hat die Schweiz eine Einreisesperre für die beiden Länder verhängt. Die Einreise aus diesen beiden Ländern ist ab Montag verboten. Sämtliche Personen, die seit dem 14. Dezember 2020 aus Grossbritannien sowie aus Südafrika eingereist sind, müssen sich für zehn Tage in Quarantäne begeben.

Die Massnahmen sollen verhindern, dass sich die neue Coronavirus-Variante in der Schweiz ausbreitet. Die Mutation wurde in der Schweiz gemäss Bundesrat bisher nicht festgestellt.

«Wieder einmal ist uns das Virus einen Schritt voraus», sagte am Montag Patrick Mathys, Leiter Sektion Krisenbewältigung und internationale Zusammenarbeit beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) vor den Medien. Auf die Frage, ob die mutierte Variante gefährlicher sei, antwortete Mathys mit «Jein». So gebe es keine Hinweise, dass die Krankheit häufiger einen schweren Verlauf nehme. Es gebe aber deutliche Hinweise darauf, dass dieses Virus einfacher von Mensch zu Mensch übertragen werden könne. «Die Mutationen, die jetzt beobachtet wurden, erlauben es dem Virus, einfach in die Zellen einzudringen.»

Da das Spitalpersonal in der Schweiz am Anschlag sei, könne sie sich einen Anstieg der Fälle schlicht nicht leisten, so der BAG-Vertreter. Jede Woche, die man Zeit gewinne, helfe, das mutierte Virus besser zu verstehen und die Massnahmen abzupassen. «Ob das Virus 70 Prozent ansteckender ist, weiss man nicht. Aber nur schon 20 Prozent mehr ist zu viel.»

Laut Mathys hat das BAG nun die Passagierlisten für 92 Flüge aus Grossbritannien und vier aus Südafrika bei den Airlines angefordert. Diese erhielten die Kantone zur Überwachung der Quarantänepflicht. Geprüft würden zusammen mit den Kantonen weitere Massnahmen wie Massentests bei britischen Touristen.

Ausnahme für Heimreisende soll geprüft werden

Für in Grossbritannien oder Südafrika wohnhafte Personen, die sich derzeit in der Schweiz befinden, wird eine Ausnahmeregelung des Flugverbots für die Heimreise geprüft. Dasselbe gelte für in der Schweiz wohnhafte Personen, die sich derzeit in den beiden Ländern befinden. Dabei sei jedoch zwingend sicherzustellen, dass Ansteckungen im Rahmen dieser Rückreisen verhindert werden können.

Bei der Infoline unter +41 58 464 44 88 oder unter corona@sem.admin.ch können sich Personen, die aus dem Ausland in die Schweiz einreisen wollen, informieren.

Sind Sie in Grossbritannien oder sitzen im Ausland fest, und können nicht in die Schweiz zurückreisen? Melden Sie sich bei uns per Whatsapp!
Diese Nummer sollten Sie sich gleich jetzt in Ihrer Kontaktliste speichern, denn Sie können Fotos und Videos per Whatsapp an die 20-Minuten-Redaktion schicken.

Corona-Mutation VUI2020/12/01

Grund für die Reisebeschränkungen zahlreicher Länder ist eine Mutation des Coronavirus in Grossbritannien, die nach ersten Erkenntnissen britischer Wissenschaftler um bis zu 70 Prozent ansteckender als die bisher bekannte Form sein soll. Premierminister Boris Johnson hatte betont, es gebe aber keine Hinweise darauf, dass Impfstoffe gegen die Variante VUI2020/12/01 weniger effektiv seien. Die Form breitet sich vor allem in London und Südostengland rasant aus. Für die Region ordneten die Behörden einen Shutdown mit Ausgangs- und Reisesperren an.

Deine Meinung

50 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Löri

22.12.2020, 14:38

Neuer Impfstoff muss her🤣 pech für die, die sich schon geimpft haben🤭

Tom Roth

22.12.2020, 13:04

Genau kaum zu verkraften, deswegen sind auch Skitouristen aus England in den offen Baren in Verbier willkommen. Wäre hinter dem Rössli eine Skipiste wäre auch das Rössli offen.

die Impfgegner

21.12.2020, 18:30

müssen sich keine Sorgen machen, denn die Befürworter wollen sich schon darum streiten. Ich halte mich da ganz bescheiden zurück.