Autobahnen: Bundesrat kämpft gegen Baustellen-Chaos
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AutobahnenBundesrat kämpft gegen Baustellen-Chaos

Baustellen auf den Hauptverkehrsachsen durch die Schweiz sollen künftig besser koordiniert werden. Das verspricht der Bundesrat.

von
bb
Das Baustellen-Chaos auf Schweizer Autobahnen lässt viele Autofahrer verzweifeln.

Das Baustellen-Chaos auf Schweizer Autobahnen lässt viele Autofahrer verzweifeln.

Auf den Autobahnen und Schnellstrassen herrsche ein fast permanentes Baustellen-Chaos, hatte sich der Zürcher FDP-Nationalrat Markus Hutter beim Bundesrat beschwert. Exemplarisch sei das Baustellengewirr für Autofahrer, die auf der West-Ost-Achse vom Aargau in Richtung Ostschweiz/Bündnerland unterwegs seien.

In einer nun veröffentlichten Antwort erklärt sich der Bundesrat bereit, Hutters Motion für eine bessere Koordination der Baustellen auf den landesquerenden Verkehrsachsen anzunehmen. Mittelfristig soll die Planung und Durchführung von Erhaltungsprojekten gesamtschweizerisch vereinheitlicht werden, unterstützt durch ein EDV-Programm.

Das Bundesamt für Strassen (ASTRA) hat gemäss Bundesrat für die Erhaltung und Erneuerung der Autobahnen unter anderem folgende Eckwerte festgelegt: Künftig sollen grössere Abschnitte von maximal 15 Kilometern Länge gebildet werden, auf denen alle nötigen Massnahmen verwirklicht werden. Die eigentliche Baustellenlänge soll dabei fünf bis sieben Kilometer nicht überschreiten. Danach seien auf diesen Abschnitten während mindestens 15 Jahren keine baulichen Massnahmen mehr nötig. Die grösseren Erhaltungsabschnitte sollen überdies mindestens 30 Kilometer auseinanderliegen.

Nicht weniger Radarfallen

Der Bundesrat weist weiter darauf hin, dass durch den weitgehenden Verzicht auf Spurbauten während den Bauarbeiten in einem Raum immer eine leistungsfähige Achse offen sei. Und zwar in der Regel mit vier Spuren. Der Verzicht auf Spurbauten verursache aber Mehrkosten und längere Bauzeiten. Allerdings sei es angesichts der Ausgestaltung des Nationalstrassennetzes nicht immer möglich, mindestens eine leistungsfähige querende Achse offen zu halten.

Auf eine Reduktion der Radarkontrollen auf dem Autobahnnetz können die Autofahrer hingegen nicht hoffen. Der Bundesrat lehnt eine Motion des Aargauer SVP-Nationalrats Ulrich Giezendanner ab, Radarkontrollen auf Autobahnen künftig nur noch stichprobenweise oder an unfallträchtigen Abschnitten durchzuführen und die zurzeit in Versuchen getesteten Streckenabschnittskontrollen zu verbieten. Gemäss Bundesrat wäre die Umsetzung dieser Forderungen der Verkehrssicherheit abträglich und käme zudem einem ungerechtfertigten Eingriff in die kantonale Polizeihoheit gleich.

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