Antwort auf Vorstoss: Bundesrat lässt den Nachtzuschlag prüfen

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Antwort auf VorstossBundesrat lässt den Nachtzuschlag prüfen

Wer in der Nacht unterwegs ist, zahlt in einigen Kantonen einen Aufpreis. Der Bundesrat unterstützt einen Vorstoss, der dies ändern will.

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pam
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In einigen Kantonen wird für Reisen nach 23 Uhr ein Zuschlag von 2 bis 10 Franken fällig.

In einigen Kantonen wird für Reisen nach 23 Uhr ein Zuschlag von 2 bis 10 Franken fällig.

Tages-Anzeiger/Thomas Burla
Grund dafür: Nachtverbindungen werden nicht vom Bund abgegolten.

Grund dafür: Nachtverbindungen werden nicht vom Bund abgegolten.

ZVV
Das will CVP-Nationalrat Thomas Egger ändern und hat deshalb ein Postulat eingereicht. Dieses hat der Bundesrat nun zur Annahme empfohlen.

Das will CVP-Nationalrat Thomas Egger ändern und hat deshalb ein Postulat eingereicht. Dieses hat der Bundesrat nun zur Annahme empfohlen.

Keystone/Christian Beutler

Der Bund beteiligt sich pro Jahr mit über 1,8 Milliarden Franken am öffentlichen Verkehr. Doch nicht alle Linien werden subventioniert: Von Abgeltungen ausgeschlossen sind beispielsweise Verbindungen ab 23 Uhr. Dies führt dazu, dass in einigen Kantonen ein Nachtzuschlag gelöst werden muss. Dieser beträgt je nach Region 2 bis 10 Franken.

«Diese wenig überblickbare Situation ist einerseits für viele Kundinnen und Kunden verwirrlich, zudem lässt sich diese unterschiedliche finanzielle Behandlung der Freizeitbedürfnisse kaum mehr inhaltlich rechtfertigen», findet CVP-Nationalrat Thomas Egger. Er hat deshalb ein Postulat eingereicht.

Bundesrat will Abschaffung prüfen

In seiner Antwort beantragt der Bundesrat dem Parlament nun, dieses anzunehmen. Damit müsste die Regierung prüfen, auch den Nachtverkehr zu unterstützen und Zuschläge überflüssig zu machen.

Egger nimmt aber auch den touristischen Verkehr ins Visier, der bisher nicht von Subventionen profitiert. Bisher erhalten nur Angebote, die eine Ortschaft mit mindestens 100 Einwohnern mit dem übrigen Netz des öffentlichen Verkehrs verbinden, Unterstützung.

«Parlament müsste über Mehrkosten entscheiden»

«Es geht um einen Prüfauftrag, falls der Vorstoss vom Parlament unterstützt werden wird», sagt Gregor Saladin, Sprecher des Bundesamts für Verkehr. Anpassungen müssten wiederum vom Parlament beschlossen werden. «Zusammen mit den entsprechenden Mitteln, falls es zu Mehrkosten für den Bund kommen würde.»

Der Nachtzuschlag ist bereits in mehreren Kantonen umstritten. Graubünden etwa schaffte den Tarif beim letzten Fahrplanwechsel ab. Und auch der ZVV denkt darüber nach, den Zuschlag im Rahmen seines Strategieberichts 2020 bis 2023 zu überprüfen.

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