Keine Nothilfe für junge Firmen: Gewerbeverband kritisiert Firmen-Entschädigungen
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Keine Nothilfe für junge FirmenGewerbeverband kritisiert Firmen-Entschädigungen

Mindestens 6000 Unternehmen erhalten trotz erneuter Zwangsschliessung keine Härtefallentschädigung vom Staat. Der Gewerbeverband fordert vom Bundesrat jetzt Anpassungen.

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Wegen Corona geschlossen: Nicht alle Läden und Geschäfte erhalten Unterstützung vom Bund. (Archivbild)

Wegen Corona geschlossen: Nicht alle Läden und Geschäfte erhalten Unterstützung vom Bund. (Archivbild)

20min/Marco Zangger
Unternehmen, die nach dem 1. März 2020 gegründet wurden, fallen durch die Maschen.

Unternehmen, die nach dem 1. März 2020 gegründet wurden, fallen durch die Maschen.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Nicht alle Unternehmen, denen der Bundesrat ihre Tätigkeit verbietet, erhalten eine Entschädigung.

  • Betriebe, die nach dem 1. März 2020 gegründet wurden, sind von der staatlichen Unterstützung ausgenommen.

  • Auch Firmen, die aufgrund einer Fusion, einer Übernahme oder einer Umstrukturierung neu im Handelsregister eingetragen sind, gehen leer aus.

Am Mittwoch kündigte der Bundesrat an, im Gegenzug zur Schliessung von Läden und Restaurants habe er grosszügig die Geldschatulle geöffnet, um die betroffenen Unternehmen und ihre Arbeitsplätze zu retten.

Doch nicht alle Betriebe, denen der Staat ihre Tätigkeit verbietet, erhalten eine Entschädigung, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Unternehmen, die nach dem 1. März 2020 gegründet wurden, sind davon ausgenommen – und auch Firmen, die einzig aufgrund einer Fusion, einer Übernahme oder einer Umstrukturierung neu im Handelsregister eingetragen sind. Betroffen sind nach einer Hochrechnung rund 6000 Firmen. Diese Ungleichbehandlung sei diskriminierend, schrieb der Gewerbeverband am Freitagabend in einem Brief an Finanzminister Ueli Maurer. Es brauche «dringende Korrekturen und Anpassungen an diesen Entschädigungsinstrumenten».

Das sieht auch die wissenschaftliche Corona-Taskforce so. Sie schlägt vor, die Nothilfe deutlich zu verstärken und neue Covid-Kredite aufzulegen. Angesichts der tiefen Staatsverschuldung und der historisch tiefen Zinsen sei das finanziell kein Problem, heisst es in der Zeitung weiter. Unzufrieden mit dem Bundesrat ist auch der Wirteverband Gastrosuisse. In einem Brief an die Bundesräte Ueli Maurer und Guy Parmelin schrieb er, die beschlossene Nothilfe reiche nicht aus.

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

(chk)

Deine Meinung

75 Kommentare
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Anna

18.01.2021, 23:39

Ist ja eigentlich klar. Jeder wusste, dass eine Schliessung kommen kann. Wer genau dann eine Firma gründet in der Meinung, der Staat wird ja meine Bude dann so oder so für eine gewisse Zeit finanzieren, das Risiko liegt dann beim Staat, der hat nun halt die Rechnung ohne den "Wirt" gemacht. Ich merke gerade, dass das Sprichwort "die Rechnung ohne den Wirt machen" wirklich sehr aktuell ist.

Apparatebauer

18.01.2021, 20:59

Viele der Firmen, die seit dem März 2020 gegründet wurden, haben den Zweck, an Kredite und à fond perduleistungen zu kommen. Sie werden schnellstmöglich wieder liquidiert werden. Dafür sind die Hilfen nicht gedacht, ebensowenig für Autokäufe.

B. Kerzenmacher

18.01.2021, 14:28

Mit zunehmenden Zahlen werden immer mehr Menschen mit Infektionen in ihrem Umfeld konfrontiert. Man weiss nicht, wer das Virus in sich trägt, vielleicht ist man sogar selbst infektiös. Daher sollte man allein aus Rücksicht auf die medizinischen Kräfte, die eventuellen Leichtsinn ausbaden müssen, die Regeln einhalten, auch wenn man deren Wirkung anzweifelt. Letztlich weiss wohl niemand wirklich genau welche Massnahme erfolgreich sein könnte. Die Hochachtung gilt allen, die sich tagtäglich für die Gesundheit ihrer Mitmenschen einsetzen Ganz besonders denen, die trotz des persönlichen Risikos in gefährlichen Bereichen arbeiten.