Aktualisiert 29.06.2011 10:43

Fortpflanzungsmedizin

Bundesrat nimmt sich künstliche Befruchtung vor

Zum zweiten Mal will der Bundesrat die Vorschriften zur künstlichen Befruchtung lockern. Schwere Erbkrankheiten beim Embryo sollen verhindert werden.

Der Bundesrat nimmt einen neuen Anlauf, um die Vorschriften zur künstlichen Befruchtung zu lockern und das Verbot der Präimplantationsdiagnostik aufzuheben. Genetische Untersuchungen am Embryo vor dem Einsetzen in die Gebärmutter will er unter strengen Auflagen zulassen.

Präimplantationsdiagnostik (PID) soll nur möglich sein, wenn wegen einer genetischen Veranlagung der Eltern die Gefahr besteht, dass das Kind an einer schweren Erbkrankheit leiden könnte. Weitere Anwendungen der PID bleiben gemäss dem Entscheid des Bundesrates vom Mitwoch verboten.

Namentlich soll mit PID nicht abgeklärt werden dürfen, ob das ungeborene Kind an Trisomie 21 leidet. Ebenso wenig will der Bundesrat die Zeugung so genannter Retter-Babys zulassen, die kranken Geschwistern Organe oder Gewebe spenden sollen.

Zulassen will der Bundesrat, dass bei Verfahren der medizinischen Fortpflanzung pro Zyklus neu acht und nicht mehr nur drei Embryonen entwickelt werden dürfen, wenn die Eltern auf In-vitro-Fertilisation und auf PID zurückgreifen.

Embryonen aufgewahren

Schliesslich sollen Embryonen aufbewahrt werden können, um sie erst bei späteren Fortpflanzungsversuchen einzusetzen. Mit diesen Bestimmungen will der Bundesrat für Mutter und Kind riskante Mehrlingsschwangerschaften verhindern.

Damit diese Gesetzesänderungen vollzogen werden können, muss die Bundesverfassung geändert werden. Deshalb geht die Vorlage erneut in eine Vernehmlassung. Diese dauert bis 30. September.

Der Bundesrat gab bereits 2009 eine lockere Regelung für den Umgang mit PID in die Vernehmlassung, krebste dann aber nach einer ersten Vernehmlassung im Mai 2010 zurück. Die Regierung kündigte dabei an, die Regeln noch weiter zu lockern. (sda)

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