Aktualisiert 01.06.2010 20:09

Zürich«Bundesrat Notter wirds nicht geben»

Daniel Jositsch und Mario Fehr stehen bereit für die Nachfolge von Markus Notter. Auch Martin Bäumle schielt auf den Sitz – der Grünliberale hat ja noch eine Rechnung offen mit der SP.

von
Roman Hodel

Bei den Regierungsratswahlen 2011 zeichnet sich ein spannender Kampf um den einzigen frei werdenden Sitz von Markus Notter ab: «Mich interessiert das Amt nach wie vor», sagt Daniel Jositsch zu 20 Minuten. Der SP-Nationalrat war letzten Herbst zwar gegen Ernst Stocker (SVP) unterlegen, erzielte aber ein gutes Resultat. Auch Parteikollege Mario Fehr ist «offen» für eine Kandidatur: «Ich bespreche es mit der Partei, meinem persönlichen Umfeld und entscheide dann», sagt der Nationalrat. Mit wem die SP neben Regine Aeppli im Frühling 2011 antritt, entscheiden die Delegierten am 28. September.

Derweil prüfen EVP, Grüne und Grünliberale eigene Kandidaturen. «Ob ich selber antrete, ist noch offen – wir rechnen uns gute Chancen aus für die Wahl», sagt etwa Martin Bäumle. Der grünliberale Nationalrat hat ohnehin noch eine Rechnung offen mit der SP, die ihm letzten Herbst die Regierungsratskandidatur vermasselt hat. Sogar die SVP will mitmischen: «Ein dritter Sitz wäre vom Wähleranteil her realistisch, doch zuerst nehmen wir eine saubere Lageanalyse vor», sagt SVP-Präsident Alfred Heer. So oder so wird es für die Genossen eng: «Seit 1959 ist es unserer Partei erst einmal gelungen, zwei Sitze zu verteidigen», so SP-Präsident Stefan Feldmann.

Herr Notter, warum treten Sie im Frühling 2011 zurück?

Markus Notter: 15 Jahre als Regierungsrat und davor schon sechs Jahre als Dietiker Stadtpräsident sind genug.

Sie standen unter Dauerbeschuss der SVP, ist das mit ein Grund für den Rücktritt?

Nein. Zumal wenn Kritik stets nach dem gleichen Muster verläuft, kann man sie nicht mehr ernst nehmen.

Werden Sie nun Bundesratskandidat, falls Moritz Leuenberger zurücktritt?

Nach 21 Jahren als Exekutivmitglied kann ich mir das nicht vorstellen. Es wird keinen Bundesrat Notter geben.

Sie werden dieses Jahr erst 50 Jahre alt. Was haben Sie nach dem Rücktritt vor?

Das weiss ich noch nicht.

Auf welche Schwerpunkte Ihrer Amtszeit blicken Sie besonders gern zurück?

Sicher auf die neue Kantonsverfassung und die Reorganisation des Strafvollzugs.

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