Neues Medikament – «Bundesrat sollte Covid-Wunderpille schnell reservieren»

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Neues Medikament«Bundesrat sollte Covid-Wunderpille schnell reservieren»

Das Mittel Molnupiravir soll das Risiko für Spitaleinweisungen stark reduzieren und Todesfälle verhindern. Die Politik macht Druck für eine schnelle Zulassung in der Schweiz.

von
Bettina Zanni
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Molnupiravir ist eine Art Wunderpille gegen Covid.

Molnupiravir ist eine Art Wunderpille gegen Covid.

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Das Mittel soll das Risiko für Spitaleinweisungen stark reduzieren und Todesfälle verhindern.

Das Mittel soll das Risiko für Spitaleinweisungen stark reduzieren und Todesfälle verhindern.

20min/Marvin Ancian
«Der Bundesrat sollte das Medikament schnell reservieren, damit die Schweiz es auch frühzeitig bekommt», sagt SVP-Nationalrätin Therese Schläpfer.

«Der Bundesrat sollte das Medikament schnell reservieren, damit die Schweiz es auch frühzeitig bekommt», sagt SVP-Nationalrätin Therese Schläpfer.

PARLAMENTSDIENSTE

Darum gehts

  • Das neue Covid-Medikament Molnupiravir verspricht weniger Spitaleinweisungen und Todesfälle.

  • «Der Bundesrat sollte das Medikament schnell reservieren, damit die Schweiz es auch frühzeitig bekommt», sagt SVP-Nationalrätin Therese Schläpfer.

  • Fachpersonen raten davon ab, auf das Medikament Molnupiravir zu spekulieren.

Bald könnte ein neues Medikament im Kampf gegen die Pandemie den Markt aufmischen – und die Intensivstationen entlasten: Molnupiravir – eine Art Wunderpille gegen Covid. Das Mittel soll das Risiko für Spitaleinweisungen stark reduzieren und Todesfälle verhindern (siehe Box).

In der Schweiz ist laut der «SonntagsZeitung» dafür noch kein Zulassungsgesuch eingegangen. Anders als die Impfstoffe könnte es aber auf Basis der europäischen oder amerikanischen Heilmittelbehörde im Schnellverfahren zugelassen werden. Politikerinnen und Politiker fordern, dass der Bund das Medikament beschafft.

Medikament könne Gamechanger sein

«Der Bundesrat sollte das Medikament schnell reservieren, damit die Schweiz es auch frühzeitig bekommt», sagt SVP-Nationalrätin Therese Schläpfer. Molnupiravir könne bei einer weiterhin zu tiefen Impfquote ein Gamechanger sein. «Verhindert das Medikament tatsächlich viele schwere Fälle, könnte man trotzdem eine Aufhebung der Massnahmen ins Auge fassen.»

Auch Grünen-Nationalrätin Katharina Prelicz-Huber hofft auf eine schnelle, aber gut geprüfte Zulassung des Medikaments. «Dieses Medikament wäre neben der Impfung ein zentrales Mittel, um die Covid-Massnahmen frühzeitig aufheben zu können.» Sie rechne jedoch nicht damit, dass dieses in der Schweiz vor dem nächsten Frühling verfügbar sei. «Wollen wir die Zertifikatspflicht und damit auch die leider bald kostenpflichtigen Tests so früh wie möglich beenden, bleibt das Erreichen des Impfziels oberste Priorität.»

Hohes Krankheitsrisiko bleibe

Ähnlicher Ansicht ist Mitte-Nationalrat Lorenz Hess. Alles, was die Intensivstationen entlaste, sei gefragt, sagt er. «Es kann sicher nicht schaden, wenn der Bund dieses Medikament so schnell wie möglich einkauft.» Mindestens so schnell müsse die Schweiz aber den nötigen Impflevel erreichen.

Fachpersonen hingegen sind skeptisch. Daniel Speiser, Immunologie-Professor an der Uni Lausanne, bezeichnet es als Fehler, auf das Medikament Molnupiravir zu spekulieren. «Bis das Medikament erst einmal zugelassen und verfügbar ist, dauert es noch Monate, womit bereits wertvolle Zeit verstreicht.» Wenn das Medikament dann endlich verfügbar sei und auch wirke, bleibe trotzdem ein hohes Krankheitsrisiko, nebst den Nebenwirkungen. «Die Impfung ist sicher besser, ja allgemein die beste Strategie, um die Pandemie zu beenden.»

Molnupiravir

Das Medikamant Molnupiravir der Herstellerfirmen Merck und Biotherapeutics schnitt in Studien mit ermutigenden Ergebnissen ab. Von 385 ungeimpften Risikopatientinnen und -patienten mit Covid wurden laut der «SonntagsZeitung» halb so viele (28) ins Spital eingeliefert wie bei einer Vergleichsgruppe (53) von 377 Personen, die mit einem Placebo behandelt wurde.Zudem starb in der Patientengruppe, die das Medikament erhielt, nach 29 Tagen keine einzige Person, wogegen in der anderen Gruppe acht Personen nicht überlebten. Noch vor Weihnachten soll die Pille auf den Markt kommen.

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