Fall Lucie: Bundesrat stellt sich hinter Aargauer Behörden
Aktualisiert

Fall LucieBundesrat stellt sich hinter Aargauer Behörden

Der Bundesrat hat den Aargauer Behörden im Fall Lucie den Rücken gestärkt. Die Behörden hätten keine Hinweise auf weitere Risikofaktoren gehabt. Um solche Tötungsdelikte künftig zu vermeiden, will der Bundesrat nun zusätzliche Massnahmen prüfen.

Der Bundesrat warnt allerdings davor, auf Grund der Umstände des Tötungsdelikts am 16-jährigen Freiburger Au-Pair-Mädchen Rückschlüsse in Bezug auf die gegenwärtige Verwahrungspraxis in der Schweiz zu ziehen, wie Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf am Montag in der Fragestunde des Nationalrats auf zwei Anfragen von Natalie Rickli (SVP/ZH) sagte.

Prophylaktische Verwahrungen seien gesetzlich nicht zulässig. Zudem hätten die Behörden im vorliegenden Fall keine klaren Hinweise gehabt, dass beim Täter - neben der Suchtproblematik - weitere Risikofaktoren vorhanden seien. Zusätzliche Massnahmen zum Beispiel im Jugendstrafrecht seien jedoch zu prüfen, um Tötungsdelikte wie im Fall Lucie künftig verhindern zu können.

Die 16-jährige Lucie war im März dieses Jahres vom vorbestraften 25-jährigen Dani H. in Rieden bei Baden getötet werden. Dieser wollte mit der Tat erwirken, dass er nach einem früheren Aufenthalt in einer Arbeitserziehungsanstalt und seiner bedingten Entlassung wieder ins Gefängnis kam.

Im vergangenen September kam eine Untersuchung dann zum Schluss, dass das Tötungsdelikt an der 16-jährigen Lucie nicht durch ein Fehlverhalten von Mitarbeitenden der Vollzugsbehörde oder der Bewährungshilfe mitverursacht worden war. Es wurden aber Schwachstellen im System des Straf- und Massnahmenvollzugs aufgedeckt. (dapd)

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