Bundesrat will Aids-Zahlen senken
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Bundesrat will Aids-Zahlen senken

Der Bundesrat ist besorgt über die Zunahme der HIV- und Aids-Zahlen in der Schweiz. Er will, dass die Anstrengungen in der HIV/Aids-Prävention unbedingt weitergeführt werden.

Deshalb hat er das «Nationale HIV/Aidsprogramm 2004-2008» des BAG genehmigt.

Allein im Jahr 2002 habe die Zahl der HIV-Neuinfektionen im Vorjahresvergleich um 25,5 Prozent zugenommen, hielt der Bundesrat am Mittwoch fest. Hoch sei der Anstieg der HIV-Infektionen bei den Homosexuellen und den Heterosexuellen, wobei es vor allem Personen aus Ländern mit hoher Aidsrate - aus der Subsahara-Region - treffe.

Verglichen mit anderen westeuropäischen Ländern sei der Anteil positiver HIV-Tests in der Schweiz hoch. Der Bundesrat bezeichnet die epidemiologische Situation als besorgniserregend.

Ziel des Bundesrats und des Nationalen Präventionsprogramms sei es, diese Zahlen zu senken. Denn bereits in einigen Jahren würden die Neuinfektionen hohe Sozial- und Gesundheitskosten verursachen. Allein schon die Medikamentenkosten für die rund 800 Neuinfektionen des Jahres 2002 würden rund 16 Millionen Franken pro Jahr betragen.

Sofort neue Konzepte

Mit dem 90-seitigen Programm des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) wird die Strategie des Bundes gegen die HIV/Aids-Epidemie festgelegt. Eine wirksame Prävention brauche sofort neue Konzepte, schreibt BAG-Direktor Thomas Zeltner darin. Ohne Todesdrohung im Hintergrund müsse man für Gesunderhaltung motivieren.

Angesichts des Spardrucks gelte es mit wenigen finanziellen Mitteln wirksam zu sein und viel Aufmerksamkeit zu gewinnen. Es gelte auf die sexuellen Wünsche der Menschen Rücksicht zu nehmen und trotzdem das Infektionsrisiko zu senken.

Das Nationale HIV/Aids-Präventionsprogramm wurde von vielen Akteuren aus dem HIV/Aidsbereich, darunter Fachleute, Politiker, kantonale Stellen, Nicht-Regierungsorganisationen und Betroffenenorganisationen, gemeinsam erarbeitet.

(sda)

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