Bundesrat will die Suizidrate senken
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Bundesrat will die Suizidrate senken

Täglich sterben in der Schweiz vier Menschen durch Selbsttötung, jeder Zehnte begeht im Lauf seines Lebens einen Suizidversuch. Jetzt will der Bundesrat die Prävention verstärken.

In der Schweiz sterben jährlich zwischen 1300 und 1400 Menschen durch Suizid – davon rund 1000 Männer. 10% begehen im Laufe ihres Lebens einen oder mehrere Selbsttötungsversuche, jede zweite Person hatte schon einmal Suizidgedanken. Im internationalen Vergleich weist die Schweiz nach Russland, Ungarn, Slowenien, Finnland und Kroatien sowie neben Österreich, Belgien und Frankreich eine überdurchschnittlich hohe Suizidrate auf. Nach dem Rückgang der tödlichen Verkehrsunfälle und der Aids-bedingten Todesfälle ist Suizid bei den 15- bis 44-jährigen Männern die häufigste Todesursache.

Jetzt will der Bundesrat handeln und die Prävention verstärken. Heute sei das Angebot an spezifisch präventiven Massnahmen zu klein und beschränke sich auf wenige regionale Zentren – Suizidprävention für ältere Menschen fehle. Der Bundesrat hat deshalb das Bundesamt für Gesundheit (BAG) beauftragt, die wissenschaftliche Datengrundlage zu verbessern. Zudem muss das BAG prüfen, ob und wie Suizid und Suizidversuch in bestehende Präventionsprogramme aufgenommen werden können. Auf der Liste der zu prüfenden Massnahmen steht auch die Integration des Themas in die Aus- und Fortbildung von medizinischem Personal sowie in die Weiterbildung der Psychologen.

(Quelle: AP/SDA)

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