Aktualisiert 27.06.2018 14:45

Keine Sicherheitsbedenken

Bundesrat will E-Voting einführen

Die Regierung will die elektronische Stimmabgabe schweizweit ermöglichen. Letztlich entscheiden aber die Kantone.

von
hvw
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Der Bundesrat will E-Voting schweizweit ermöglichen. Bereits gibt es mehrere Pilotprojekte, zum Beispiel in St. Gallen.

Der Bundesrat will E-Voting schweizweit ermöglichen. Bereits gibt es mehrere Pilotprojekte, zum Beispiel in St. Gallen.

Keystone/Gian Ehrenzeller
In Zug wurde ein E-Voting-System mit der Blockchain-Technologie eingeführt: Der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller hat mit seiner digitalen ID an der ersten blockchainbasierten Konsultativabstimmung in der Stadt Zug teilgenommen und diese damit am Montag eröffnet.

In Zug wurde ein E-Voting-System mit der Blockchain-Technologie eingeführt: Der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller hat mit seiner digitalen ID an der ersten blockchainbasierten Konsultativabstimmung in der Stadt Zug teilgenommen und diese damit am Montag eröffnet.

Keystone/Alexandra Wey
Teilnehmer erhalten nach der Abstimmung einen QR-Code, mit dem Sie kontrollieren können, ob das ihr Votum korrekt angekommen ist.

Teilnehmer erhalten nach der Abstimmung einen QR-Code, mit dem Sie kontrollieren können, ob das ihr Votum korrekt angekommen ist.

Keystone/Alexandra Wey

Der Bundesrat will das E-Voting in der Schweiz generell ermöglichen. Die elektronische Stimmabgabe soll als dritter ordentlicher Stimmkanal etabliert werden. Die Kantone sollen aber entscheiden können.

Der Bundesrat hat am Mittwoch entschieden, in der zweiten Jahreshälfte 2018 eine Vernehmlassung zu eröffnen. Er beschloss dies auf Basis des Berichts einer Expertengruppe.

Diese kam zum Schluss, dass die elektronische Stimmabgabe als sicherer und vertrauenswürdiger Stimmkanal ausgebaut werden könne. Die bereits heute geltenden hohen Sicherheitsanforderungen sollen im ordentlichen Betrieb weitergeführt und von der Verordnungs- auf Gesetzesstufe gehoben werden.

Kantone haben die Wahl

Die Kantone sollen ihre E-Voting-Systeme weiterhin selber auswählen können. Für deren Einsatz braucht es auch künftig eine Bewilligung des Bundesrates. Das Verfahren soll jedoch vereinfacht werden.

Die Kantone sollen nicht verpflichtet werden, die elektronische Stimmabgabe einzuführen. Auch die Stimmberechtigten sollen die Wahlfreiheit behalten, ihre Stimme elektronisch, brieflich oder persönlich an der Urne abzugeben.

Versuche in 14 Kantonen

Aktuell befindet sich die elektronische Stimmabgabe im Versuchsbetrieb. Durchgeführt wurden über 200 Versuche. Seit 2004 haben insgesamt 14 Kantone einem Teil der Stimmberechtigten die elektronische Stimmabgabe ermöglicht.

Zurzeit wird E-Voting in acht Kantonen angeboten. In manchen Kantonen werden sowohl Auslandschweizer als auch inländische Stimmberechtigte zu den Versuchen zugelassen. In anderen Kantonen können einzig die im Ausland wohnhaften Stimmberechtigten elektronisch abstimmen. (hvw/sda)

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