Umfassendes Massnahmenpaket: Bundesrat will Sportlerinnen besser vor Gewalt und Diskriminierung schützen

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Umfassendes MassnahmenpaketBundesrat will Sportlerinnen besser vor Gewalt und Diskriminierung schützen

Der Bundesrat will den Schutz von jungen Athletinnen und Athleten vor Diskriminierung, Gewalt und psychischen Attacken stärken. So erhalten künftig nur noch «saubere» Vereine Geld vom Bund.

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Bundesrätin Viola Amherd erklärte, wie sie junge Sportlerinnen und Sportler besser vor Missbrauch schützen will.

Bundesrätin Viola Amherd erklärte, wie sie junge Sportlerinnen und Sportler besser vor Missbrauch schützen will.

Screenshot Youtube
An der PK nahmen auch Matthias Remund, Direktor des Bundesamts für Sport, Swiss-Olympic-Direktor Jürg Stahl und Vize-Bundeskanzler André Simonazzi teil.

An der PK nahmen auch Matthias Remund, Direktor des Bundesamts für Sport, Swiss-Olympic-Direktor Jürg Stahl und Vize-Bundeskanzler André Simonazzi teil.

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Darum gehts

  • Der Bund will junge Sportlerinnen und Sportler besser vor Gewalt und Missbrauch schützen.

  • Dazu wurde ein neues Massnahmenpaket geschnürt. Dieses besagt etwa, dass nur noch Vereine Bundesgelder bekommen, die dieses Paket umsetzt.

  • Grund für das Paket waren diverse Vorfälle, die unter anderem in den «Magglingen-Protokollen» festgehalten sind.

Die Regierung will keinerlei Misshandlungen und Einschüchterungen von Athletinnen und Athleten tolerieren. In den vergangenen Jahren hätten mehrere Vorfälle aber gezeigt, dass bei Verfehlungen von Sportfunktionären die bestehenden Vorgaben rechtlich zu wenig bindend seien, um danach Sanktionen wie etwa Subventionskürzungen durchzusetzen. Das soll sich nun mit einem neuen Massnahmenpaket ändern, welches am Mittwoch vorgestellt wurde.

Die Basis hierzu bildet das Ethik-Statut, welches das Schweizer Sportparlament Ende 2021 verabschiedet hat. Sportverbände und -vereine müssen künftig diese Bestimmungen erfüllen, wenn sie Finanzhilfen des Bundes beanspruchen. Dabei verpflichten sie sich, Massnahmen zum Schutz von Athletinnen und Athleten zu ergreifen – beispielsweise vor Gewalt, Ausbeutung und sexuellem Missbrauch, Diskriminierung und psychischen Persönlichkeitsverletzungen.

Meldestelle für Missbrauch rechtlich verankert

Der Bundesrat hat die entsprechenden Verordnungsänderungen in seiner Sitzung vom 25. Januar beschlossen und auf den 1. März 2023 in Kraft gesetzt. Sie ist Teil des Projekts «Ethik im Schweizer Sport», das Bundesrätin Viola Amherd im November 2021 in Zusammenhang mit einer externen Untersuchung nach Vorkommnissen in der Rhythmischen Gymnastik angekündigt hatte.

Des Weiteren soll die seit Anfang 2022 bestehende unabhängige Meldestelle, die von der Stiftung Swiss Sport Integrity betrieben wird, rechtlich verankert werden. Diese untersucht Meldungen von allfälligem Fehlverhalten oder von Missständen und beantragt bei Verstössen gegen das Ethikreglement Sanktionen bei der Disziplinarstelle von Swiss Olympic. Falls ein strafbares Vergehen vorliegt, erfolget eine Meldung an die Strafverfolgungsbehörden.

Geschlechterquote von mindestens je 40 Prozent

Die revidierte Sportförderungsverordnung legt im Weiteren die Anforderungen an eine zeitgemässe Verwaltungsführung von Sportorganisationen fest, meldet der Bundesrat. Namentlich seien dies Regeln betreffend Transparenz, den Umgang mit Interessenkonflikten, eine ausgeglichene Geschlechtervertretung und eine Amtszeitbeschränkung für Leitungsorgane. 

Analog zu den bundesnahen Betrieben legt der Bundesrat neu auch bei Sportorganisationen fest, dass beide Geschlechter mit mindestens je 40 Prozent in den Leitungsorganen, wie Präsidien und Vorständen, besetzt werden. Dies soll allerdings «mit Augenmass» und unter Berücksichtigung des grossen Stellenwerts der Ehrenamtlichkeit im Schweizer Sport geschehen.

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(trx)

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