Gesetzesentwurf: Bundesrat will starke Laserpointer verbieten
Aktualisiert

GesetzesentwurfBundesrat will starke Laserpointer verbieten

Der Verkauf von gefährlichen Laserpointern ist in der Schweiz bereits verboten. Geht es nach dem Bundesrat, soll auch der reine Besitz künftig strafbar sein.

Ist bald auch der Besitz von starken Laserpointern in der Schweiz verboten?

Ist bald auch der Besitz von starken Laserpointern in der Schweiz verboten?

Der Bundesrat will ein Verbot für besonders gefährliche Laserpointer ermöglichen. Er hat ein Gesetz für einen besseren Schutz vor nichtionisierender Strahlung und Schall in die Vernehmlassung gegeben. Zunächst setzt er aber auf die korrekte Anwendung der Geräte.

Starke Laserpointer dürfen in der Schweiz schon heute nicht mehr verkauft werden. Laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) lässt sich aber nicht verhindern, dass Private sich diese Produkte direkt und ohne Kontrolle via Internet aus dem Ausland beschaffen. Mit dem neuen Gesetz kann auch der Besitz dieser Geräte untersagt werden.

Beträchtliches Sicherheitsproblem

Ein Verbot soll gemäss dem Gesetzesentwurf dann ausgesprochen werden können, wenn der Schutz der Gesundheit mit anderen Massnahmen nicht gewährleistet werden kann. Zudem soll es auch möglich sein, die gewerbliche Nutzung von Geräten mit Gefährdungspotenzial zu untersagen.

Strahlung aus starken Laserpointern sei für gewisse Berufsleute, etwa Piloten und Pilotinnen, ein beträchtliches Sicherheitsproblem, schrieb das BAG am Mittwoch. Nicht nur Piloten, sondern auch Lokführer, Tram- und Busfahrer und Polizisten sind in der Vergangenheit immer wieder mit Laserpointern geblendet worden.

Die Strahlung kann die Augen verletzen und die Haut schädigen. Erst Ende März wurde bekannt, dass ein 15-jähriger Berufswahlschüler in Uster ZH einen Lehrer mit einem Laserpointer geblendet und verletzt hatte. Der Lehrer musste sich im Spital behandeln lassen. Der Jugendliche wurde wegen Körperverletzung angezeigt.

Vorrang für korrekte Anwendung

In erster Linie setzt der Bundesrat bei Produkten, die nichtionisierende Strahlung erzeugen, auf die korrekte Anwendung. Starke Strahlung geben zum Beispiel auch Medizinlaser für Kosmetik-Behandlungen ab. Der Bundesrat will mit dem Gesetz vor Gefährdungen durch nichtionisierende Strahlung und Schall (NISSG) sicherstellen, dass Geräte sachgemäss verwendet werden.

Erreicht werden könnte dies mit einem Sachkundenachweis oder dem Beizug von geeigneten Fachleuten. Strahlung von Medizin-Lasern könne Menschen zwar stark belasten. Gefährlich für die Gesundheit seien sie aber nicht oder kaum, wenn sie mit der nötigen Sachkenntnis und nach den Vorgaben der Hersteller gehandhabt würden, so das BAG.

Im Auge hat der Bundesrat sodann Solarien: Er will kontrollieren lassen können, ob die Betreiber der künstlichen Sonnen die Vorschriften der Hersteller korrekt einhalten. Wer sich ins Solarium begibt, riskiert bei einer nicht sachgemässen Verwendung der Geräte Hautschäden und Hautkrebs.

Vorgaben für Konzerte und Lasershows

Klare Vorgaben machen will der Bundesrat auch für Konzerte und Lasershows. Bei solchen Anlässen werden nicht nur Geräte mit nichtionisierender Strahlung eingesetzt, sondern auch solche, die Infraschall, Hörschall oder Ultraschall erzeugen können.

Der Bundesrat möchte sich die Kompetenz geben lassen, Grenzwerte für die Belastung und Massnahmen für den Schutz des Publikums festzulegen. Weiter möglich sein sollen eine Melde- oder eine Informationspflicht der Veranstalter. Die Vernehmlassung dauert bis zum 18. Juli. (sda)

Deine Meinung