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«Verfassungswidrig»Bundesrichter blockiert in Texas umstrittenes Abtreibungsverbot

Das neue Abtreibungsgesetz von Texas, das den Schwangerschaftsabbruch lediglich bis zur sechsten Woche zulässt, wurde von einem US-Bundesrichter ausgesetzt.

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Strengstes Abtreibungsgesetz der USA: Protestierende vor dem State Capitol in Austin, Texas. (2. Oktober 2021)

Strengstes Abtreibungsgesetz der USA: Protestierende vor dem State Capitol in Austin, Texas. (2. Oktober 2021)

AFP/Sergio Flores
Sobald beim Fötus ein Herzschlag festgestellt werden kann, darf er in Texas nicht mehr abgetrieben werden.

Sobald beim Fötus ein Herzschlag festgestellt werden kann, darf er in Texas nicht mehr abgetrieben werden.

AFP/Montinique Monroe
Ein US-Bundesrichter hat das neue Gesetz für ein weitgehendes Abtreibungsverbot im Bundesstaat Texas vorläufig ausgesetzt.

Ein US-Bundesrichter hat das neue Gesetz für ein weitgehendes Abtreibungsverbot im Bundesstaat Texas vorläufig ausgesetzt.

Getty Images via AFP/Yana Paskova

Darum gehts

  • Ein weitgehendes Abtreibungsverbot im US-Staat Texas ist von einem Bundesrichter ausgesetzt worden.

  • Er hat damit einer Klage der Biden-Regierung recht gegeben.

  • Diese hält das texanischer Gesetz für verfassungswidrig.

Ein US-Bundesrichter hat das neue Gesetz für ein weitgehendes Abtreibungsverbot im Bundesstaat Texas vorläufig ausgesetzt. «Dieses Gericht wird keinen weiteren Tag dieses anstössigen Entzugs eines solch wichtigen Rechts mehr zulassen», erklärte Richter Robert Pitman am Mittwoch und gab damit einer Klage der Regierung von US-Präsident Biden recht. Diese hält das texanische Gesetz für verfassungswidrig. Texas kann gegen die Gerichtsentscheidung allerdings Widerspruch einlegen.

Das strengste Abtreibungsgesetz der USA war Anfang September in Kraft getreten und verbietet Schwangerschaftsabbrüche ab dem Zeitpunkt, zu dem der Herzschlag des Fötus festgestellt werden kann, also etwa ab der sechsten Schwangerschaftswoche. Viele Frauen wissen zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht, dass sie schwanger sind. Selbst im Fall einer Vergewaltigung oder bei Inzest sieht das texanische Gesetz keine Ausnahmen vor.

Bürger sollen sich anschwärzen

Für Empörung sorgt auch, dass nicht die texanischen Behörden die neuen Regelungen durchsetzen sollen, sondern Privatleute. Bürger werden ermutigt Menschen anzuschwärzen, die sie verdächtigen, Frauen bei einer Abtreibung nach der sechsten Woche geholfen zu haben. Neben Abtreibungskliniken und deren Mitarbeitern könnte dies auch Verwandte oder einen Taxi-Fahrer treffen, der eine Schwangere zur Klinik gebracht hat. Die Hinweisgeber erhalten im Falle einer Verurteilung 10’000 Dollar.

Am Wochenende hatten zehntausende Menschen in mehr als 600 US-Städten gegen das texanische Abtreibungsgesetz demonstriert. Zu den Kundgebungen, die in allen 50 Bundesstaaten stattfanden, hatte ein Zusammenschluss von fast 200 Organisationen aufgerufen.

Der Supreme Court hatte 1973 in seinem Grundsatzurteil «Roe v. Wade» das Recht von Frauen auf eine Abtreibung verankert. Abtreibungsgegner hoffen, dass dieses Urteil gekippt werden könnte, nachdem Bidens Amtsvorgänger Donald Trump drei neue Verfassungsrichter ernannt und das Gericht damit weiter nach rechts gerückt hatte.

Einen Eilantrag von Bidens Regierung gegen das texanische Abtreibungsgesetz lehnte der Oberste Gerichtshof Anfang September ab. Der Supreme Court führte dabei allerdings keine inhaltlichen, sondern verfahrensrechtliche Gründe an.

(AFP/chk)

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