Aktualisiert 19.06.2015 16:28

AuslandseinsätzeBundeswehr bleibt weiter im Kosovo

Das Parlament hat die Mandate von drei Missionen verlängert. Darunter ist auch der seit 1999 andauernde Kosovo-Einsatz.

von
dpa/cmr
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Insgesamt sind derzeit 2600 deutsche Soldaten im Ausland stationiert.

Insgesamt sind derzeit 2600 deutsche Soldaten im Ausland stationiert.

dpa
Unter anderem sollen sie lokale Militäreinheiten ausbilden. Hier zeigt ein Bundeswehr-Soldat der kurdischen Peschmerga in die Handhabung eines Maschinengewehres.

Unter anderem sollen sie lokale Militäreinheiten ausbilden. Hier zeigt ein Bundeswehr-Soldat der kurdischen Peschmerga in die Handhabung eines Maschinengewehres.

dpa
Zu den Militäreinsätzen gehört auch der regelmäßige Austausch mit der Bevölkerung vor Ort wie hier mit einem Dorfältesten nahe Kabul.

Zu den Militäreinsätzen gehört auch der regelmäßige Austausch mit der Bevölkerung vor Ort wie hier mit einem Dorfältesten nahe Kabul.

dpa

Der Bundestag hat die Mandate für drei Missionen der Bundeswehr verlängert – darunter den ältesten Auslandseinsatz im inzwischen unabhängigen Balkanstaat Kosovo. Das Parlament sprach sich klar für die schon seit 16 Jahren laufende Mission am Freitag aus. Lediglich die Linke stimmte dagegen.

Für die Fortsetzung des deutschen Beitrags zur Nato-geführten Kosovo Force (KFOR) stimmten 532 Abgeordnete, dagegen 60. Derzeit sind in der ehemaligen serbischen Provinz etwa 670 Angehörige der Bundeswehr stationiert. Damit handelt es sich nach Afghanistan um den zweitgrößten deutschen Auslandseinsatz. Die Kosten für die nächsten zwölf Monate werden auf etwa 47 Millionen Euro beziffert.

Hoffnung auf baldiges Ende der Einsätze

Der Kosovo-Einsatz wurde von Union, SPD und Grünen verteidigt. Der SPD-Abgeordnete Dietmar Nietan sagte: «Wir alle hoffen, dass sich das so entwickelt, dass wir das Mandat beenden können.» Angesichts dessen, dass die Lage vor Ort noch sehr «fragil» sei, wäre ein zu früher Abzug jedoch verantwortungslos. Die Linke-Abgeordnete Sevim Dagdelen kritisierte die Entscheidung. Im Kosovo gebe es heute ein «zutiefst korruptes System», sagte sie und fügte hinzu, die Bundeswehr habe bislang kein einziges ihrer Ziele erreicht.

Im Rahmen von den bisher international geführten Missionen sollen deutsche Soldaten auch vor der libanesischen Küste und im westafrikanischen Krisenstaat Mali im Einsatz bleiben. Auch hier stimmte die Linke dagegen. Insgesamt hat die Bundeswehr derzeit annähernd 2500 Soldaten im Ausland im Einsatz.

Beim letzten beendeten Auslandseinsatz handelt es sich um das ISAF-Mandat in Afghanistan, das 2011 begann. Die NATO-geführte Mission endete 2014.

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