Bundeswehr jagt Tom Cruise vom Kasernenhof
Aktualisiert

Bundeswehr jagt Tom Cruise vom Kasernenhof

Das musste ja so kommen: Tom Cruise hat Knatsch bei seinem Film-Dreh in Deutschland. Die Behörden verweigerten dem Hollywood-Star die Drehgenehmigung auf einem Bundeswehrgelände, weil er Scientologe ist.

Der Streit zwischen Deutschen und Amerikanern über die Behandlung von «Scientology» wird neu angefacht. Auslöser ist Hollywood-Star Tom Cruise, der derzeit in Berlin «Valkyrie» dreht, die Geschichte um das gescheiterte Hitlerattentat vom 20. Juli 1944. Cruise spielt den deutschen Widerstandshelden Graf Stauffenberg. Der Ehemann von Katie Holmes und sein Team wollten ursprünglich an einem Originalschauplatz filmen, dem «Bendlerblock».

Die Bundewehr spielt dabei aber nicht mit. Die Produzenten «dürfen nicht in deutschen Kasernen drehen, wenn Graf Stauffenberg von Tom Cruise gespielt wird, der sich öffentlich dazu bekennt, Scientology-Mitglied zu sein», begründete ein Sprecher die Entscheidung des Verteidigungsministeriums.

Damit geht der Streit um Scientology in eine neue Runde. Während die Organisation in den USA als Religion alle dazugehörigen Freiheiten geniesst, schätzt die Bundesregierung sie nicht als Kirche, sondern als Sekte ein. Ihr wird Manipulation und Geldgier vorgeworfen. Zwischen den beiden Staaten gab es bereits mehrere Auseinandersetzungen über die wahre Interpretation der Religionsfreiheit.

In der Blogospäre sind die Reaktionen geteilt. Die einen sehen die Nachbarn als Spassverderber. «Germany to Tom Cruise: NEIN» heisst es da, «Deutschland, das Land das David Hasselhoff's Gesangskarriere in Schwung gebracht hat, das Land das zwei Weltkriege begann. Das Land ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen. Ausgerechnet dieses Land denkt, Tom Cruise ist zu verrückt.» Andere haben Verständnis für die Reaktion der Bundeswehr und schreiben genau gegenteilig: «Deutschland deutlich weniger tolerant gegenüber Verrückten als die USA».

Claus Schenk Graf von Stauffenberg

war Oberst im Generalstab der deutschen Wehrmacht. Er war massgeblich am rechtsnationalistischen Widerstand gegen das Nazi-Regime beteiligt, der sich angesichts der drohenden Niederlage in der deutschen Generalität formierte.

Stauffenberg platzierte am 20. Juli 1944 eine Bombe im Führerhauptquartier Wolfsschanze und flog nach der Explosion nach Berlin, um den Umsturz («Operation Walküre») zu leiten. Hitler überlebte die Detonation jedoch wider Erwarten, und der Putsch fiel in sich zusammen, als er mit einer Rundfunkrede die Nachricht von seinem Tod widerlegte.

Stauffenberg und eine Reihe weiterer Verschwörer wurden am 21. Juli im Bendlerblock in Berlin erschossen.

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