Ermittlungen gegen neun Beschuldigte – Bundeswehr-Reservisten sollen Anschläge auf Migranten geplant haben
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Ermittlungen gegen neun Beschuldigte Bundeswehr-Reservisten sollen Anschläge auf Migranten geplant haben

Ehemalige Fallschirmjäger und Reservisten der Bundeswehr aus Niedersachsen sollen einem Bericht zufolge Anschläge auf Migrantinnen und Migranten geplant haben.

von
job
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Der Hauptbeschuldigte Jens G. soll eine Wehrsportgruppe angeführt haben. Er ist ein Oberstleutnant der Reserve.

Der Hauptbeschuldigte Jens G. soll eine Wehrsportgruppe angeführt haben. Er ist ein Oberstleutnant der Reserve.

dpa
Unter den insgesamt neun Beschuldigten befinden sich auch ehemalige Fallschirmjäger.

Unter den insgesamt neun Beschuldigten befinden sich auch ehemalige Fallschirmjäger.

Symbolbild/dpa
«Extremisten haben keinen Platz in der Bundeswehr», sagte ein Sprecher von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (Bild).

«Extremisten haben keinen Platz in der Bundeswehr», sagte ein Sprecher von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (Bild).

dpa

Darum gehts

  • Bundeswehr-Reservisten wird vorgeworfen, sich einer bewaffneten Gruppe angeschlossen zu haben.

  • Es gibt Hinweise auf eine rechtsextreme Gesinnung.

  • Ermittelt wird, ob die Beschuldigten Zugang zu Geheiminformationen hatten.

Angeführt werde die Wehrsportgruppe von einem Oberstleutnant der Reserve, Jens G., berichtete das Magazin «Der Spiegel» am Freitag . Er habe die Wehrsportübungen organisiert. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Lüneburg bestätigte dem Magazin, dass gegen neun Beschuldigte im Alter zwischen 37 und 53 Jahren ermittelt werde. Sie sollen nach «Spiegel»-Recherchen geplant haben, Migrantinnen und Migranten zu töten.

Ihnen werfe die Behörde vor, sich einer bewaffneten Gruppe angeschlossen beziehungsweise diese befehligt zu haben. Laut dem Sprecher bestehe «ein Anfangsverdacht, dass eine fremdenfeindliche Motivation handlungsleitend gewesen sein könnte». Anfang September habe es eine Razzia in acht Objekten in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Berlin gegeben. Dabei seien Waffen, Munition und Material beschlagnahmt worden, das eine rechtsextreme Gesinnung der Reservisten nahelege.

Hinweise auf rechtsextreme Gesinnung

Kurz darauf sollen die Ermittlerinnen und Ermittler dem Bericht zufolge erfahren haben, dass G. in engem Kontakt zu einem Referenten im Bundesverteidigungsministerium gestanden haben soll. Der Militärische Abschirmdienst (MAD) sei Mitte September bei einer routinemässigen Sicherheitsüberprüfung des Referenten auf Hinweise gestossen, die auf eine rechtsextreme Gesinnung des früheren Soldaten hingedeutet hätten. Auf seinem Handy hätten MAD-Beamte die Verbindung zu G. entdeckt.

Der Fall werde im Ministerium ernst genommen, weil der Referent in der Abteilung «Strategie und Einsatz» Zugang zu sensiblen Geheiminformationen gehabt habe, etwa über das Kommando Spezialkräfte und über verdeckte Ermittler des MAD. Ihm seien umgehend alle Zugänge zu sensiblen Daten und seiner Abteilung untersagt worden.

Militärischer Abschirmdienst ermittelt

Der MAD überprüfe derweil in den internen Systemen des Ministeriums, ob es über den Referenten Informationsabflüsse gegeben habe. Zudem werde sein engeres Arbeitsumfeld genau untersucht, hiess es laut «Spiegel» aus dem Wehrressort. Ein Sprecher von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sagte: «Wir gehen jedem einzelnen Fall mit Hochdruck nach, weil Extremisten keinen Platz in der Bundeswehr oder im Ministerium haben.»

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(AFP)

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