Aktualisiert 11.01.2016 15:18

Radikale BesetzerBundy-Bande braucht Eier und wärmende Decken

Eine militante Miliz besetzt einen US-Nationalpark. Die Cowboys sehen sich aber mit gleich mehreren Problemen konfrontiert.

von
nsa

Sie bleiben tatsächlich: Seit über einer Woche hält eine militante Bürgerwehr rund um Anführer Ammon Bundy ein abgelegenes Nationalparkgebäude im US-Bundesstaat Oregon besetzt und fordert «alle Patrioten» dazu auf, sich ihr anzuschliessen.

Bundy und seine Männer sagen, sie wollen die «US-Verfassung wiederherstellen und verteidigen». Für sie bedeutet das, dass die US-Regierung den ansässigen Farmern und Privatpersonen sämtliches Land zur Verfügung stellen und ihren Anspruch auf Boden in den USA aufgeben soll.

Zudem fordert die regierungsfeindliche Gruppierung weiterhin, dass zwei verurteilte Brandstifter und mutmassliche Wilderer aus dem Gefängnis freikommen – auch wenn sich die Verurteilten öffentlich von der Bundy-Bande distanziert haben und deren Forderung ablehnen. Nicht nur die Haltung dieser beiden Hauptakteure stellt sich als problematisch für die Besetzer heraus. Auch sonst läuft nicht alles wie geplant. Drei Beispiele für die Probleme der Bundy-Bande:

Unerwünschte Hilfe

Der Konvoi kam unangemeldet. Laut «Guardian» schlossen die Besetzer gerade eine Pressekonferenz ab, als mehr als zwölf Autos beim Nationalparkgebäude eintrafen. Darin sassen schwerbewaffnete Mitglieder des Pacific Patriot Networks – eine andere regierungsfeindliche Miliz, die laut eigenen Angaben als «neutrale Partei» vor Ort ist, um die «Sicherheit zu gewährleisten».

Die Besetzer selber sind vom Auftauchen der zweiten Miliz wenig begeistert. LaVoy Finicum, ein Sprecher der Gruppe, sagt: «Diese Miliz ist hier weder erwünscht noch wird sie gebraucht.» Wenige Stunden später verschwanden die ungebetenen Gäste wieder. Ob sie planen zurückzukehren, ist unklar.

Der Soldat, der keiner war

Eine der Schlüsselfiguren der Bundy-Bande ist Brian Cavalier (44), genannt «Fluffy Unicorn» («Flauschiges Einhorn»). Unter den Unterstützern der Gruppe geniesst er besonderes Ansehen. Schliesslich ist er bullig, mit Tattoos übersät und vor allem ehemaliger Soldat der US-Marine. Sagt er zumindest.

Wie die «Daily Mail» schreibt, war Cavalier jedoch nie im Militär. Das bestätigt das US-Marine-Corps dem Blatt. Der 44-Jährige verdiente sich sein Geld als Tätowierer und ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen Trunkenheit am Steuer.

Konfrontiert mit seiner falschen Geschichte, sagte Cavalier lediglich, es sei «unglücklich», dass man solche «Geschichten» über ihn verbreite.

«Wir brauchen dringend Eier»

Obwohl die Bundy-Bande nicht zum ersten Mal eine gewaltsame Besetzung durchführt, hat sie einen üblen Planungsfehler gemacht. Die Besetzer haben nicht genügend Vorräte und zu wenig warme Decken dabei. Ein echtes Problem in Oregon, wo die Temperaturen derzeit unter dem Gefrierpunkt liegen.

Im Internet kursiert jetzt eine ausführliche Liste. Die Besetzer fordern ihre Unterstützer darin auf, ihnen Vorräte zuzusenden.

Einige Ausschnitte daraus:

– Hamburger

– Hotdogs

– Boxershorts (in den Grössen Medium, Large und Extra Large)

– Plastikteller und Besteck

– Marlboro-Zigaretten (Light und Rot)

– Eier (dringend benötigt)

– warme Decken

– Schlafsäcke

– Tampons

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