Tiere als Spielzeug: Bunte Bibeli für Kinder jetzt auch in Europa
Aktualisiert

Tiere als SpielzeugBunte Bibeli für Kinder jetzt auch in Europa

Ein zweifelhafter Trend kommt immer näher: Gefärbte Bibeli als Geschenk für Kinder. Bereits gibts pinke Hühner in Österreich. Schweizer Tierschützer sehen rot.

von
L. Hanselmann

Sie sind gelb, blau, grün oder lila – und in Asien seit Jahren ein Renner in den Kinderzimmern. Auch in mehreren US-Bundesstaaten gibts farbige Vögel zum Kaufen.

Nun kommt der Trend nach Europa: In der Türkei sind die bunten Bibeli schon sehr beliebt, berichtet ORF. Die ersten farbigen Hühner seien nun bereits in Österreich entdeckt worden.

Den Tieren wird als Embryo im Ei ein Farbstoff injiziert. Nach dem Schlüpfen leuchten die Federn dann grell – aber nur bis zur ersten Mauser. Danach sind die Tiere wieder ganz normal und für die Kinder nicht mehr interessant.

«Bibeli sind doch kein Spielzeug»

Anfang Jahr haben Tierschützer in Florida protestiertet, weil Tierheime nach ­Ostern mit immer mehr aussortierten, ehemals farbigen Bibeli überschwemmt werden.

Auch für Schweizer Tierschützer treiben es die Kükenfärber zu bunt: «Bibeli sind doch kein Spielzeug. Viele überleben im Kinderzimmer nicht», sagt Hansuli Huber vom Schweizer Tierschutz (STS).

Auch farbige Kaninchen und Fische

Noch haben zwar weder der STS noch die Stiftung für das Tier im Recht von Fällen in der Schweiz gehört. Beide betonen aber, dass mit dem Färben die Würde des Tiers verletzt wird.

Für Huber ist klar: Tauchen die Tiere in der Schweiz auf, müssten die Behörden sie verbieten. «Sonst würden wir klagen.» Sicher ist: Die Bibeli sind erst der Anfang – in Asien gibt es bereits gefärbte Kaninchen und Fische.

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