Verletzung der Persönlichkeitsrechte: «Bunte» muss für Schumi-Bericht zahlen
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Verletzung der Persönlichkeitsrechte«Bunte» muss für Schumi-Bericht zahlen

Eine unwahre Aussage über den Gesundheitszustand von Michael Schumacher kommt die Zeitschrift teuer zu stehen.

von
nag
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Falsche Berichterstattung über Gesundheitszustand: Michael Schumacher verunfallte Ende 2013 beim Skifahren in Méribel und erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

Falsche Berichterstattung über Gesundheitszustand: Michael Schumacher verunfallte Ende 2013 beim Skifahren in Méribel und erlitt ein schweres Schädel-Hirn-Trauma.

Keystone/Marcus Brandt
Die «Bunte» hatte Ende 2015 berichtet, Schumacher könne zwei Jahre nach seinem schweren Skiunfall wieder gehen. Schumachers Familie fordert eine Entschädigung von 100'000 Euro von der «Bunten»: Nahaufnahme des Sitzungsaushangs im Flur des Ziviljustizgebäudes in Hamburg. (5. Mai 2017)

Die «Bunte» hatte Ende 2015 berichtet, Schumacher könne zwei Jahre nach seinem schweren Skiunfall wieder gehen. Schumachers Familie fordert eine Entschädigung von 100'000 Euro von der «Bunten»: Nahaufnahme des Sitzungsaushangs im Flur des Ziviljustizgebäudes in Hamburg. (5. Mai 2017)

Keystone/Christophe Gateau
Seit September 2014 ist der 7-fache Weltmeister zuhause bei seiner Familie in Gland VD am Genfersee.

Seit September 2014 ist der 7-fache Weltmeister zuhause bei seiner Familie in Gland VD am Genfersee.

Keystone/Laurent Gillieron

Wegen Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte muss die deutsche Zeitschrift «Bunte» 50'000 Euro Entschädigung an Michael Schumacher zahlen. Das entschied heute die Pressekammer des Hamburger Landgerichts.

Die Illustrierte muss laut dem Entscheid die Prozesskosten zu 65 Prozent und die Abmahnkosten in Höhe von 950 Euro tragen. Die «Bunte» hatte im Dezember 2015, zwei Jahre nach dem schweren Skiunfall des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters, auf ihrer Titelseite berichtet: «Es ist mehr als ein Weihnachtswunder – Michael Schumacher kann wieder gehen.»

Recherche-Nachweis beeinflusste Höhe der Entschädigung

Die Vorsitzende Richterin Simone Käfer sagte dazu: «Die Kammer geht davon aus, dass diese Aussage unwahr ist.» Der frühere Rennfahrer könne jetzt nicht gehen, warum habe er es vorher können sollen?

Das Gericht habe sich aber davon überzeugt, dass die «Bunte» einen Informanten hatte. Die Zeitschrift habe recherchiert. Sonst wäre die Geldentschädigung noch höher ausgefallen.

Die Familie von Formel-1-Rekordweltmeister Schumacher hatte mindestens 100'000 Euro gefordert. Gegen das Urteil kann Berufung beim Oberlandesgericht eingelegt werden. (nag/sda)

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