FCB-Boss will Degen zwingen - «Anspruch auf die Aktien» – Degen wehrt sich nach Burgener-Ansage
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FCB-Boss will Degen zwingen«Anspruch auf die Aktien» – Degen wehrt sich nach Burgener-Ansage

Der FC Basel teilt am Montag nach einer Verwaltungsratssitzung mit, dass die Holding AG nicht an David Degen verkauft wird. Damit will Burgener seinen Kontrahenten Degen zum Verkauf seiner Anteile zwingen.

von
Nils Hänggi
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Ist David Degen ausgebootet worden? 

Ist David Degen ausgebootet worden?

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Der FC Basel teilt am Montag nach einer Verwaltungsratssitzung mit, dass die Holding AG nicht an David Degen verkauft wird. 

Der FC Basel teilt am Montag nach einer Verwaltungsratssitzung mit, dass die Holding AG nicht an David Degen verkauft wird.

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Er zwingt den Ex-FCB-Star zum Verkauf seiner Aktien.

Er zwingt den Ex-FCB-Star zum Verkauf seiner Aktien.

Benjamin Soland/Blick/freshfocus

Darum gehts

  • Chaos beim FC Basel: Burgener ruft sich zum Sieger im FCB-Machtkampf aus.

  • Statt an ihn verkauft Bernhard Burgener an die Dream & Vision AG.

  • Mit Degen strebt Burgener eine aussergerichtliche Einigung an.

Ist der Machtkampf beim FC Basel entschieden? Nach einer Verwaltungsratssitzung der FC Basel Holding AG hat der Club in einer Pressemitteilung verkündet, dass der Verwaltungsrat dem Verkauf der Aktien von David Degen an die Basel Dream & Vision AG zustimmt. Der Aktionärbindungsvertrag erlaube es Bernhard Burgener, seine Aktien zusammen mit den Aktien von David Degen zu verkaufen.

Er habe das im Aktionärsbindungsvertrag mit Degen vorgesehene «Mitverkaufsrecht» (Drag-Along-Recht) ausgeübt und damit Degen verpflichtet, sein 10-Prozent-Paket der Basel Dream & Vision anzudienen, wenn diese wie vorgesehen das Aktienpaket von Burgener übernimmt, so das Communiqué. Und: «Der Verwaltungsrat hat weiter zur Kenntnis genommen, dass das Drag-Along-Recht gemäss ausdrücklicher Bestimmung im Aktionärbindungsvertrag dem Vorkaufsrecht von David Degen vorgeht.»

David Degen gibt ein Statement ab

Heisst: Boss Burgener ruft sich im Machtstreit beim FCB zum Sieger aus und bootet David Degen scheinbar aus. Oder anders gesagt: Er zwingt den Ex-FCB-Star zum Verkauf seiner Aktien. David Degen erhält dafür denselben Kaufpreis pro Aktie wie Bernhard Burgener. Die FCB Holding gehört nun also theoretisch zu 92 Prozent der Basel Dream & Vision. Diese neue Gesellschaft wird wiederum von Bernhard Burgener sowie von der britischen Investmentgesellschaft Centricus gehalten. Burgener soll über die Stimmenmehrheit verfügen, während Centricus frisches Kapital einbringen soll. Von 200 Millionen Franken ist die Rede.

Ist dieser Schachzug das Ende des FCB-Machtkampfes? Wohl kaum. Burgener und Degen konnten ihre Differenzen nicht definitiv ausräumen. Das heisst es auch im Communiqué. Degens Berater Dani Büchi sagt dazu: «David Degen hat das ihm gewährte Vorkaufsrecht rechtskonform ausgeübt. Dieses gilt nach wie vor und David Degen hält daran fest. Er hat einen Anspruch auf die Aktien von Bernhard Burgener.» In anderen Worten: Das Team Degen wertet die jüngsten Ereignisse als weiteren Verstoss gegen den Aktionärsbindungsvertrag.

Verfügungsgebot muss aufgehoben werden

Wie geht es weiter? Nun – das ist nicht ganz klar. Tatsache ist: Durch die neuen Entwicklungen wird die Lage immer komplizierter. Denn noch ist alles theoretisch. Auch wenn sich Burgener zum Sieger ausgerufen hat. Nach der von Degen angestrengten superprovisorischen Verfügung des Basler Zivilgerichts dürfen nämlich keine FCB-Holding-Aktien an die Basel Dream & Vision übertragen werden.

So heisst es auch im Communiqué: «Die aktienrechtliche Zustimmung zum Vollzug der Übertragung steht noch aus, und die Aktien können erst an die Basel Dream & Vision AG übertragen werden, sofern und sobald das vorsorgliche Verfügungsverbot über die Aktien wieder aufgehoben wird.» Und auch David Degen hat mit dem von seinem Berater übermittelten Statement klargemacht: Er hat den Kampf um den FCB noch nicht aufgegeben.

Immerhin: Im FCB-Communiqué heisst es, dass beide Parteien «bekräftigten, im Interesse des FCB rasch eine aussergerichtliche Einigung anzustreben.» Man darf also gespannt sein.

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