Zürichsee: Burglind erfreut Zürcher Windsurfer

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ZürichseeBurglind erfreut Zürcher Windsurfer

In Meilen haben sich bei heftigen Sturmböen Windsurfer auf den See gewagt. Das ist allerdings nur etwas für erfahrene Wassersportler.

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vro

Das Windsurfen war während des Sturmtiefs nicht ganz einfach. (Video: Leser-Reporter/Carlo Sennhauser)

Während viele schon zu Land gegen die heftigen Winde zu kämpfen hatten, haben sich am Mittwoch um die Mittagszeit Windsurfer auf den Zürichsee gewagt. In Meilen liessen sie sich bei starkem Wellengang von den Böen über das Wasser treiben. «Zwischendurch war es heftig», sagt Stefan Dätwyler, ein Bekannter der Wassersportler. «Manchmal war es mehr ein Überlebenskampf.»

Dätwyler gehört selbst zur Windsurf-Gemeinschaft. «Ich wäre auch gegangen, wenn ich Zeit gehabt hätte.» Laien wird jedoch abgeraten, sich bei solchen Bedingungen aufs Wasser zu wagen. Die Windsurfer vom Zürichsee haben Erfahrung: «Wir kennen das vom Meer her. Es hat ein paar sehr gute Windsurfer dabei.»

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In Meilen ZH haben sich am Mittwoch, 3. Januar 2018, einige Windsurfer während des Sturmtiefs Burglind auf den Zürichsee gewagt.

In Meilen ZH haben sich am Mittwoch, 3. Januar 2018, einige Windsurfer während des Sturmtiefs Burglind auf den Zürichsee gewagt.

Adrian Theobald
Die Windsurfer sind erfahren, ähnliche Bedingungen kennen sie vom Surfen auf dem Meer.

Die Windsurfer sind erfahren, ähnliche Bedingungen kennen sie vom Surfen auf dem Meer.

Adrian Theobald
«Das war mit Abstand der brutalste Wind den wir je am Zürichsee gesurft haben, es hatte in den Böen locker 120 km/h», erzählen die Surfer.

«Das war mit Abstand der brutalste Wind den wir je am Zürichsee gesurft haben, es hatte in den Böen locker 120 km/h», erzählen die Surfer.

Pascal Diem

Gefährlich sei nicht in erster Linie der Wind, sondern die Wassertemperatur. «Wenn man auf dem Wasser draussen einen Materialbruch hat, kann es gefährlich werden», so Dätwyler. Zwar tragen die Windsurfer Neoprenanzüge, doch längere Zeit im Wasser und das Schwimmen gegen die eisigen Wellen können zu dramatischen Situationen führen.

Auf eigene Gefahr

Laut Stefan Oberlin, Sprecher der Kantonspolizei Zürich, wusste die Seepolizei nichts von der waghalsigen Aktion – sie hat sich unter anderem um Schiffe in Ufernähe gekümmert, die vom Wind gedreht oder abgetrieben wurden.

Fürs Windsurfen bei Sturm gibt es an sich keine Strafe: «Verboten ist es nicht, man handelt aber auf eigene Verantwortung», erklärt Oberlin. Die herausgegebene Sturmwarnung bedeute Schiffen, dass sie in den Hafen zurückkehren sollten – «aber nicht müssen».

Trotzdem warnt Oberlin vor den Gefahren: «Da geht man ein hohes Risiko ein. Wenn man zu wenig Kraft hat und in Seenot gerät, werden auch die Rettungskräfte in Gefahr gebracht.»

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