Aktualisiert 09.03.2020 11:09

Eptingen BLBurgruine lag unter begrabener Katze

Bis zur Ausgrabung war von der Burgruine im Fels der Riedfluh bei Eptingen BL nichts zu sehen. Die Entdeckung dieser Grottenburg ist einem Zufall geschuldet.

von
obr
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Weil im Jahre 1959 Kinder den Tod ihrer Katze verschmerzen mussten, verdankt die Archäologie Baselland die Entdeckung einer hochmittelalterlichen Grottenburg.

Weil im Jahre 1959 Kinder den Tod ihrer Katze verschmerzen mussten, verdankt die Archäologie Baselland die Entdeckung einer hochmittelalterlichen Grottenburg.

Archäologie Baselland
Denn die Kinder begruben – in Zeitung eingewickelt – ihr Büsi in einer Felshöhlung bei Eptingen, in der zwischen 1050 und 1200 n. Chr. Ritter gelebt haben sollen, wie die Archäologie Baselland in einem Facebookpost schreibt.

Denn die Kinder begruben – in Zeitung eingewickelt – ihr Büsi in einer Felshöhlung bei Eptingen, in der zwischen 1050 und 1200 n. Chr. Ritter gelebt haben sollen, wie die Archäologie Baselland in einem Facebookpost schreibt.

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Die Kinder hatten nämlich beim Beerdigen ihrer Katze Keramikscherben zu Tage gefördert, die ein Hobbyarchäologe dann nochmals fast zehn Jahre später fand.

Die Kinder hatten nämlich beim Beerdigen ihrer Katze Keramikscherben zu Tage gefördert, die ein Hobbyarchäologe dann nochmals fast zehn Jahre später fand.

Archäologie Baselland

Dass im Jahre 1959 Kinder den Tod ihrer Katze verschmerzen mussten, verdankt die Archäologie Baselland die Entdeckung einer hochmittelalterlichen Grottenburg. Denn die Kinder begruben – in Zeitung eingewickelt – ihr Büsi in einer Felshöhlung bei Eptingen, in der zwischen 1050 und 1200 n. Chr. Ritter gelebt haben sollen, wie die Archäologie Baselland am 5. März in einem Facebookpost schreibt.

Die Kinder hatten nämlich beim Beerdigen ihrer Katze Keramikscherben zu Tage gefördert, die ein Hobbyarchäologe dann nochmals fast zehn Jahre später fand. Bei ersten Schürfungen 1968 stiessen die Archäologen dann sogleich auf eine Burgmauer. 1981 bis 1983 legte dann die Archäologie Baselland die Burgruine frei und konservierte sie.

Etappenweiser Ausbau

Der Kern der Burg in der Riedfluh sei in der Zeit um 1050 n. Chr. entstanden. Nach einer Brandkatastrophe unterteilten die Bewohner die Räume neu und verstärkten die Bausubstanz. Noch vor 1100 n. Chr. erfolgte dann ein weiterer Ausbau, bei dem auch Buntsandstein eingesetzt wurde. Die qualitätvolle architektonische Ausstattung der Burg könnte Hinweis darauf sein, dass Handwerker der Basler Münsterbauhütte beigezogen wurden. Und dass gewisse Räume repräsentativen Charakter hatten.

In einem letzten Ausbauschritt wurde der Hangbereich vor der Burg überbaut, ein neues Zugangstor errichtet und in einer Felsnische einen Hochsitz zur Überwachung dieser Pforte eingerichtet. Der Typus Grottenburg sei äusserst selten in der Jurakette anzutreffen, schreibt die Archäologie Baselland. Diese kommen eher im alpinen Raum vor.

Adlige waren Zocker

Die Riedfluh wurde denn auch bereits um 1200 – wiederum nach einer Brandkatastrophe – verlassen. Anhand der Fundgegenstände ziehen die Archäologen Rückschlüsse auf die Gewohnheiten und Lebensweisen der Adelsleute: Gefunden wurden zum Beispiel Schachfiguren oder Spielwürfel. Diese zeigen, die Ritter und Adelsdamen hatten auch den Luxus Freizeit.

Weiter weisen verkohlte organische Reste auf die Essgewohnheiten der Burgbewohner hin: Die aufgetischten Speisen waren ausgewogen, was ebenfalls von Wohlstand zeugt. Die Archäologen nehmen an, dass die Burg den Herren von Eptingen gehörte. Dieses Adelsgeschlecht taucht in Schriftquellen erst nach 1200 auf. Daher ist die Burg eine wichtige, wie faszinierende Quelle. Im 3D-Modell kann die Burg nun virtuell besichtigt werden.

Eptingen, Riedfluh

by Archäologie Baselland

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