09.10.2020 17:04

E-Busse kommenBusbetriebe stellen auf umweltfreundliche Fahrzeuge um

Im öffentlichen Busverkehr werden vermehrt batteriebetriebene Elektrobusse zum Einsatz kommen. Luzern, Zug und Schwyz setzen auf dieselben Hersteller.

von
SDA/DWI
1 / 8
Evobus wird die Gelenkbusse liefern und Solaris die Normalbusse.

Evobus wird die Gelenkbusse liefern und Solaris die Normalbusse.

Auto AG Schwyz
Nach einer gemeinsamen Ausschreibung für die Beschaffung von E-Bussen haben sich die ZVB, VBL und AAGS für die Hersteller Evobus und Solaris entschieden.

Nach einer gemeinsamen Ausschreibung für die Beschaffung von E-Bussen haben sich die ZVB, VBL und AAGS für die Hersteller Evobus und Solaris entschieden.

Verkehrsbetriebe Luzern
Die VBL will ihre ersten drei Elektrobusse Ende 2021 auf der Linie 10 Littau-Ebikon in Einsatz nehmen.

Die VBL will ihre ersten drei Elektrobusse Ende 2021 auf der Linie 10 Littau-Ebikon in Einsatz nehmen.

KEYSTONE

Darum gehts

  • Bei der gemeinsamen Ausschreibung hat man sich für die Hersteller Evobus und Solaris entschieden.
  • Bei den Bussen handelt es sich um sogenannte Depotlader.
  • Für den Zuschlag waren nebst dem Preis die Reichweite, die Erfahrung mit E-Bussen, die Antriebstechnologie sowie der Service wichtiger Bestandteile ausschlaggebend.
  • Sollte einmal ein E-Bus Feuer fangen, sind die Feuerwehren vorbereitet.

Die Zugerland Verkehrsbetriebe ZVB, die Verkehrsbetriebe Luzern VBL und Auto AG Schwyz AAGS haben sich nach einer gemeinsamen Ausschreibung für batteriebetriebene Elektrobusse für die Hersteller Evobus und Solaris entschieden. Dies teilten sie am Freitag mit.

Die Evobus wird Gelenkbusse und Solaris Normalbusse liefern. Beide Anbieter hätten das jeweils wirtschaftlich günstigste Angebot eingereicht, teilten die Busunternehmen mit. Dabei seien nebst dem Preis die Reichweite, die Erfahrung mit E-Bussen, die Antriebstechnologie sowie der Service wichtige Bestandteile der Offerte gewesen. Bei den Bussen handelt es sich um sogenannte Depotlader. «Das Aufladen der Batterien im Depot ermöglicht einen flexiblen Einsatz der Fahrzeuge», wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Die ZVB setzt derzeit einen E-Bus ein. Nun soll eine ganze Linie mit solchen Bussen betrieben werden. Fernziel sei derCO2 -neutrale Linienbetrieb bis ins Jahr 2035. Auf die Frage, warum die Umstellung so lange dauert, sagte Karin Fröhlich, Sprecherin der Zugerland Verkehrsbetriebe: «Die ZVB hat eine Roadmap in die E-Zukunft skizziert. Das Fernziel ist der CO2-neutrale Linienbetrieb bis ins Jahr 2035. Dieses Ziel wird in mehreren Etappen angestrebt, die periodisch überprüft und bei Bedarf angepasst werden.» Die neue E-Linie ist dabei als nächster Zwischenhalt geplant. Fröhlich: «Die ZVB will von technologischen Entwicklungen profitieren.»

Die VBL will ihre ersten drei Elektrobusse Ende 2021 auf der Linie 10 Littau-Ebikon in Einsatz nehmen. Die AAGS plant den Einsatz zweier E-Busse ab 2022 auf der Linie Schwyz-Rickenbach. An der gemeinsamen Ausschreibung war auch noch die STI Bus AG beteiligt, die im Berner Oberland unterwegs ist.

Die Feuerwehren sind für mögliche Brände mit E-Bussen vorbereitet

Auf die Feuerwehren kommen mit dem Betrieb von E-Bussen neue Herausforderungen zu. Grund: Im Vergleich mit einem herkömmlichen Verbrennungsmotor benötigen E-Busse bei einem Brand viel mehr Wasser, um das Feuer zu löschen. Dies liegt daran, dass die Batterie, die sich im Bus befindet, zuerst heruntergekühlt werden muss. Würde dies unterlassen, können sich durch die Hitze die Batteriezellen des Fahrzeuges von selbst wieder entzünden.

Die Feuerwehren sind für solche Fälle gewappnet, obwohl die Einsätze aufwendiger werden. Denn dadurch, dass mehr Wasser bereitgestellt werden muss, wird je nach Situation noch ein Schlauchverlege-Fahrzeug benötigt. Voraussetzung ist, dass eine Wasserquelle in der Nähe vorhanden ist. «Wenn keine Wasserversorgung in der Nähe ist, greift man zusätzlich auf spezielle Fahrzeuge zurück, mit denen Schläuche vom Brandherd bis zur Wasserquelle verlegt werden können. Mit solchen Fahrzeugen können bis zu 1500 Meter Schlauch verlegt werden», sagt Markus Portmann, stellvertretender Feuerwehrkommandant der Stadt Luzern.

Auch in der Ausbildung der Feuerwehr wird das Thema Elektrofahrzeuge vertieft thematisiert. «Mit diesem Thema befassen wir uns schon länger, um für den Notfall vorbereitet zu sein,» sagt Portmann weiter.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
74 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

P. Mabuse

10.10.2020, 22:34

Die Marke Solaris produziert in Polen, Evobus in Deutschland. Also wird der Schweizer Bushersteller Hess in Bellach nicht mehr berücksichtigt obwohl die ZVB in Zug div. Fahrzeuge dieser Marke im Fz-Park hat. Wenn die ZVB dazu noch Mercedes-LKW-Konzessionär ist im Kt. ZG dann darf man nicht aus der Reihe tanzen, denn Evobus = Merzedes Benz. Hoffentlich klappt es dann auch mit den Ersatzteilen aus Polen.

Akku

10.10.2020, 22:20

Bis ein E-Buss mit einer lithium batterie auf die Strasse kommt werden 20 bis 30 Tonnen CO2 produziert . Bei 20 Busse wie lange müssen die im Betrieb sein bis sie CO2 Neutral sind. ich denke ca. zwischen 20 und 30 Jahren, weil bei der Gewinnung der lithium erde grosse Umweltschäden erstehen damit wir CO2 neutral unterwegs sein können.

gottfried

10.10.2020, 20:20

Was nützt das, wenn der ÖV de facto unbrauchbar geworden ist?