Zürich Sihlcity: Buschauffeur verpasst Ausfahrt - Passagier hilft

Aktualisiert

Zürich SihlcityBuschauffeur verpasst Ausfahrt - Passagier hilft

Verzweifelt wandte sich ein Buschauffeur am Donnerstag per Lautsprecher an die Passagiere. Er hatte in Zürich-Brunau die Autobahnausfahrt verpasst.

von
Raffaela Moresi
Damit die Schnellbusse nicht mehr im Stau stecken bleiben, verlassen sie seit wenigen Wochen die A3 kurz vor der Ausfahrt Brunau über eine neu angelegte Busspur.

Damit die Schnellbusse nicht mehr im Stau stecken bleiben, verlassen sie seit wenigen Wochen die A3 kurz vor der Ausfahrt Brunau über eine neu angelegte Busspur.

Es war eine höchst ungewöhnliche Durchsage, die der Chauffeur eines Schnellbusses von Oberrohrdorf AG in Richtung Zürich-Enge am Donnerstagmorgen machte: «Ich habe soeben die Ausfahrt zum Sihlcity verpasst, es tut mir sehr leid.» Doch damit nicht genug, wenige Sekunden später sprach er noch einmal ins Mikrofon - diesmal hörbar verzweifelt: «Kann mir bitte jemand helfen? Ich kenne mich hier überhaupt nicht aus und wäre wirklich dankbar.»

Ein Passagier erbarmte sich und lotste den Fahrer bis ans Autobahnende und dann über die Tunnelstrasse via Enge zurück zur Saalsporthalle. Dem Chauffeur war die Angelegenheit mehr als peinlich, wie ein Leser-Reporter erzählt. «Er hat sich immer wieder entschuldigt.» Doch die Leute hätten die Sache mit Humor genommen. «Wir haben nur geschmunzelt.» Der Bus sei wegen der unerwarteten Zusatzschlaufe mit einigen Minuten Verspätung am Ziel angekommen.

Chauffeur fuhr die neue Strecke zum ersten Mal

Die betroffene Schnellbuslinie führt laut PostAuto Schweiz AG erst seit gut drei Wochen über die Autobahn durch den Uetlibergtunnel Richtung Zürich-Brunau. Der Chauffeur muss dabei die A3 kurz vor der Ausfahrt Brunau über die eigens dafür angelegte Busspur auf die Allmendstrasse verlassen. Diesen Moment habe der Fahrer aber verpasst, sagt Sprecherin Katharina Merkle auf Anfrage. Der routinierte Fahrer kenne die alte Strecke gut und sei auch über die neue Route «breit informiert» worden. «Doch er fuhr die neue Strecke zum ersten Mal», so Merkle. «Wir bedauern den Vorfall und überprüfen, wie die Information und Schulung bei umgeleiteten und neuen Strecken künftig noch besser werden kann.»

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