Aktualisiert 11.01.2010 10:48

Afrika-Cup

Busfahrer soll den Anschlag überlebt haben

Offenbar hat der Terroranschlag auf die togolesische Nationalmannschaft in Angola «nur» zwei und nicht wie bisher angenommen drei Todesopfer gefordert. Und: Die Fussballer wollen nach ihrer Heimreise wieder zurück nach Angola und doch noch beim Afrika-Cup antreten.

von
Monika Brand
Familien- und Regierungsmitglieder nehmen in der togolesischen Hauptstadt Lome den Sarg von Assistenztrainer Amalete Abalao in Empfang.

Familien- und Regierungsmitglieder nehmen in der togolesischen Hauptstadt Lome den Sarg von Assistenztrainer Amalete Abalao in Empfang.

Die Österreichische Nachrichtenagentur «APA» berichtet mit Bezug auf angolanische Behörden, dass der zuerst für tot erklärte Busfahrer den Anschlag doch überlebt haben soll, während der Pressesprecher und der Assistenztrainer der togolesischen Nati ums Leben kamen. Die APA macht jedoch keine näheren Angaben über die Umstände und die Quelle dieser Nachricht, doch vermelden auch die Bildagenturen von «Reuters» und «AFP» heute Morgen, dass es nur zwei Tote gegeben haben soll.

Auch das chinesische News-Portal «Xinhuanet.com» berichtet über das Überleben des Fahrers. Es bezieht sich auf eine Aussage von Togos Premierminister Gilbert Fossoun Houngbo in einem TV-Interview, in dem er auch die Falschmeldung über den Tod von Ersatztorhüter Kodjovi Obilale dementierte. Dieser wurde beim Anschlag schwer verletzt und liegt weiterhin auf der Intensivstation.

Spieler wollen nach Heimreise doch noch antreten

Die togolesische Fussballnationalmannschaft ist am Sonntagabend zusammen mit den Särgen der Getöteten in die Heimat zurückgekehrt. Auf Druck der Regierung mussten die Spieler auf die Teilnahme am Afrika-Cup verzichten, obwohl sich das Team noch am Sonntagmorgen geschlossen für ein Antreten entschieden hatte. Doch ganz aufgegeben haben die Fussballer noch nicht: Manchester-City-Star Emmanuel Adebayor will allerdings gemäss der britischen Tageszeitung «The Sun» nach Angola zurückkehren. «Wir haben entschieden, für die dreitägige Trauerzeit heimzufliegen», sagt der Togolese. «Danach werden wir spielen, falls der Afrikanische Fussballverband uns unseren Platz freigehalten hat.» Und auch die togolesische Regierung scheint einzulenken. Sportminister Christophe Tchao: «Die Spieler flogen mit ihren gefallenen Brüdern zurück. Wir haben den Verband gebeten, eine Lösung zu finden, wie wir später ins Turnier einsteigen können.»

Auf die togolesische Fussballnationalmannschaft war am Freitagabend ein Terroranschlag verübt worden, als sie mit dem Bus durch die Exklave Cabinda reiste. Dabei wurden die zwei bereits genannten Teammitglieder getötet, viele weitere verletzt. Der bewaffnete Arm der separatistischen Bewegung FLEC (Front für die Befreiung der Exklave Cabinda) bekannte sich zu der Tat. Die Regierung Angolas verurteilte den Rebellen-Angriff als «terroristischen Akt». Eine Absage des am Sonntag gestarteten Afrika-Cups kam jedoch nicht in Frage.

Zwei Festnahmen in Angola

Drei Tage nach dem tödlichen Angriff auf die togolesische Fussballmannschaft sind gemäss der Nachrichtenagentur «AP» zwei Verdächtige festgenommen worden. Das soll am Montag der staatliche Rundfunk von Angola gemeldet haben, auf dessen Staatsgebiet der Mannschaftsbus am Freitag beschossen worden war. Dem Bericht zufolge wurden die beiden Verdächtigen bereits am Sonntag gefasst, nähere Einzelheiten wurden zunächst nicht bekannt gegeben.

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