Romanshorn TG: Busfahrer telefoniert und fährt einhändig
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Romanshorn TGBusfahrer telefoniert und fährt einhändig

Ein Leser-Reporter beobachtete am Dienstag, wie ein Chauffeur während der Fahrt telefonierte und den Bus mit einer Hand lenkte. Auf Beschwerden der Passagiere habe er nicht reagiert.

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taw

Auf der Buslinie 940 telefonierte der Chauffeur unablässig mit dem Handy. Video: Leser-Reporter

«So etwas ist mir noch nie passiert, ich konnte es kaum glauben», so Leser-Reporter Alessio S.* gegenüber 20 Minuten. Der Zürcher arbeitet in Romanshorn und fährt täglich mit der Autokurse Oberthurgau AG (AOT). Auch am Dienstagabend gegen 17.15 Uhr stieg er in Romanshorn in einen Bus der Linie 940 ein und fuhr Richtung Amriswil. «Eigentlich war alles ganz normal, doch als ich nach vorne zum Chauffeur sah, konnte ich erkennen, dass er am Handy telefonierte und den Bus nur mit einer Hand lenkte», erzählt der 18-Jährige. So sei er minutenlang gefahren, an mehreren Haltestellen vorbei: «Als wäre nichts gewesen. Er fuhr auch nicht langsamer.»

«Ich habe ihn gebeten, mit dem Telefonieren aufzuhören. Auch andere Passagiere taten das», so S. Doch der Chauffeur habe sich nicht beirren lassen. «Das war ein echt ungutes Gefühl. Vor allem, als er an einem velofahrenden kleinen Mädchen vorbeifuhr», sagt S. Glücklicherweise sei nichts passiert.

Offenbar kein Einzelfall

An der Endhaltestelle habe der Chauffeur dann sein Handy weggelegt. «Mehrere Leute haben sich dann beschwert, doch der Chauffeur zeigte keine Einsicht», sagt der Leser-Reporter. Er habe dann ironisch gefragt, ob das Telefonat wenigstens gut gewesen sei, worauf der Chauffeur «Ja, sehr» geantwortet habe.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Verhalten eines AOT-Chauffeurs für Kopfschütteln sorgt. Im April berichtete Michael P., dass er bereits mehrfach an der Haltestelle stehen gelassen worden sei und die Chauffeure absichtlich an ihm vorbeifahren würden. In einem anderen Fall wurde einem Fahrgast das Verlassen des Busses verweigert, weil er sich nicht verabschiedet hatte. Die AOT wollte sich damals nicht gegenüber 20 Minuten äussern.

«Das geht gar nicht»

Im aktuellen Fall nimmt Geschäftsführer Peter Dürrenmatt Stellung. Die genauen Umstände kenne er nicht und er sei auch erst durch 20 Minuten auf den Vorfall aufmerksam geworden. Doch für ihn ist klar: «Das geht gar nicht und ist schlicht nicht gesetzeskonform.» Es habe in der Vergangenheit bereits solche Fälle gegeben, sie seien aber selten.

Grundsätzlich sei jedes Fahrzeug der AOT mit einer Freisprech-Anlage ausgerüstet. Darüber könne, wenn nötig, telefoniert werden. «Es ist aber nicht Sinn der Sache, dass die Chauffeure das privat nutzen. Auch wenn wir sie erreichen wollen, sind sie angehalten, an der nächsten Haltestelle zurückzurufen», so Dürrenmatt. Diese Instruktionen seien allen Chauffeuren klar, Ausnahmen gebe es nicht.

Dem Chauffeur im vorliegenden Fall drohe ein Verweis. Eine fristlose Kündigung werde nur bei Fahren unter Alkoholeinfluss ausgesprochen.

* Namen der Redaktion bekannt

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