Bush auf Moorhuhn-Jagd
Aktualisiert

Bush auf Moorhuhn-Jagd

Im Internet widerspiegeln Flash-Games mit US-Präsidentschaftsanwärtern den Wahlkampf.

Flash-Games wie zum Beispiel «Moorhuhn» oder «Yeti-Sports» sind aus den Büros dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Während die Gratis-Spiele hierzulande vornehmlich dem Zweck der Unterhaltung dienen, werden sie von amerikanischen Usern auch als Propaganda für die kommenden Präsidentschaftswahlen eingesetzt.

Besonders George W. Bush scheint es den Game-Designern angetan zu haben. Sei es als Held oder Dummkopf – der amtierende US-Präsident ist die Hauptfigur in Dutzenden von Flash-Spielen. Aktuellstes Beispiel ist das Spiel «Bush Shoot-out», in welchem Bush reihenweise Terroristen abknallt, die in das Weisse Haus eingedrungen sind.

Auch Bushs demokratischer Herausforderer John Kerry tummelt sich als Flash-Version in den Weiten des Internets; im Spiel gilt es, Kerrys Vietnam-Orden möglichst weit über den Zaun des Weissen Hauses zu werfen (Kerry hat dies zur Empörung der Republikaner in den 60er-Jahren tatsächlich getan).

Auch die restlichen Präsidentschafts-Kandidaten kommen in ähnlich banalen Games zu zweifelhaften Ehren. In solcher Gesellschaft mutet das Spiel «Whack-a-pol» geradezu brillant an: Nachdem man seine eigenen politischen Vorstellungen eingegeben hat, versinken die virtuellen Kandidaten einer nach dem anderen im Boden. Übrig bleibt der Politiker, dessen Einstellung sich am ehesten mit der eigenen deckt.

Philippe Zweifel

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