Aktualisiert 11.06.2008 17:54

Bush bedauert seine Pistolenheld-Rhetorik

Er führte sein Land in zwei Kriege: Doch vor seinem Abgang gibt sich George W. Bush als Mann des Friedens.

In einem Interview, das der scheidende US-Präsident der «Times» auf seinem Flug nach Europa gab, drückte er Bedauern aus und übte Selbstkritik. Seine Pistolenheld-Rhetorik habe die Welt glauben lassen, dass er «einer war, der unbedingt den Krieg im Irak wollte», sagte Bush der englischen Zeitung. Er bedaure, wie sehr sein Land missverstanden worden sei: «Ich denke, im Nachhinein, ich hätte einen anderen Ton, eine andere Rhetorik benutzen sollen.»

Formulierungen wie «Her damit!» oder «Tot oder lebendig!» seien sicher missverständlich gewesen. Sie hätten «den Eindruck erweckt, dass ich kein Mann des Friedens sei. Dabei finde ich es sehr schmerzlich, junge Menschen der Gefahr auszusetzen», sagte Bush, der die Kriege in Afghanistan und im Irak zu verantworten hat. Er fühle mit den Familien der Opfer: «Ich versuche, mich mit so vielen wie möglich zu treffen. Ich habe auch die Verpflichtung, dafür einzutreten, dass diese Leben nicht sinnlos geopfert wurden.»

Das Image seines Landes ist nach Bush allerdings nach wie vor intakt: «Amerika ist eine Macht des Guten.»

Demonstrative Harmonie

Der wohl letzte Deutschland-Besuch von US-Präsident George W. Bush stand im Zeichen demonstrativer Harmonie: Bush und Bundeskanzlerin Angela Merkel setzten trotz unterschiedlicher Ansätze im Atom-Konflikt mit dem Iran auf Diplomatie. Der beste Weg, so Bush, sei, mit den Partnern zusammenzuarbeiten, um Druck auf Teheran auszuüben. Der Iran lehnt es weiterhin ab, die umstrittene Anreicherung von Uran auszusetzen.

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