Aktualisiert 29.06.2005 17:13

Bush bittet um Geduld

US-Präsident George W. Bush hat in einer Grundsatzrede zur Irak-Politik seine Landsleute auf neue Opfer vorbereitet und sie zur Geduld aufgerufen. Einen Zeitplan zum Rückzug der US-Truppen lehnte Bush erneut ab.

Ein solcher Schritt wäre ein falsches Zeichen für die Iraker, für die vor Ort eingesetzten US-Truppen und vor allem für die Terroristen. Die USA blieben, bis ihre Aufgabe erfüllt sei, sagte Bush. Amerika habe seine Lektion aus den Anschlägen vom 11. September gelernt.

Bush hielt seine Rede auf dem US-Militärstützpunkt Fort Bragg im US-Bundesstaat North Carolina anlässlich des Jahrestags der Machtübergabe durch die USA an eine eigene irakische Regierung. die Rede vor rund 700 Soldaten wurde live im Fernsehen zur besten Sendezeit übertragen.

Geduld nötig

Der Einsatz im Irak sei schwierig und gefährlich, räumte Bush ein. Wie die meisten Amerikaner sehe er auch die Bilder von Gewalt und Blutvergiessen. Die Ziele wie ein freier Irak und eine sichere Welt seien aber die Opfer wert und «lebenswichtig für die künftige Sicherheit unseres Landes, sagte er und rief seine Landsleute zu Geduld auf.

Nach den Worten des US-Präsidenten soll eine Mischung aus militärischen und politischen Reformen für die angestrebte Sicherheit und Stabilität im Irak sorgen. Die irakischen Sicherheitskräfte müssten auf allen Ebenen unterstützt werden. Die USA haben im Irak mehr als 130 000 Soldaten stationiert.

Kampf gegen Terror

Einen grossen Teil seiner Rede widmete Bush dem Anti-Terror- Kampf. Bush erwähnte insgesamt fünf Mal die Terror-Anschläge vom 11. September. Den Irak bezeichnete er als letztes Schlachtfeld im Kampf gegen den Terrorismus.

Die Terroristen könnten zwar unschuldige Menschen töten, aber nicht den Vormarsch der Freiheit aufhalten, sagte der US-Präsident. Die USA kämpften gegen Feinde, die blind vor Hass und mit tödlichen Waffen ausgerüstet seien. Sie würden Unschuldigen das Leben nehmen, um Chaos für die Kameras zu schaffen.

Kritik an Bush

Bushs Rede war auch eine Reaktion auf den schwindenden Rückhalt in der US-Bevölkerung für seine Irak-Politik. Eine Mehrheit der US- Bürger lehnt einer die Irak-Politik der Regierung ab. Auch im Kongress war in jüngster Zeit Kritik an der Irak-Politik der Regierung geübt worden - sogar aus Bushs republikanischer Partei.

Spitzenpolitiker der Demokraten warfen Bush erneut Planlosigkeit im Irak vor. Bush habe in seiner Rede kein Konzept vorgelegt, wie er im Irak gewinnen wolle, erklärte der Chef der Demokraten im Senat, Harry Reid, am Dienstag (Ortszeit) in Washington. Die vielen Anspielungen auf den 11. September zeigten keinen Lösungsweg auf.

(sda)

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