Bush droht Iran mit Krieg
Aktualisiert

Bush droht Iran mit Krieg

Im Streit über das iranische Atomprogramm hält sich US-Präsident George W. Bush nach eigenem Bekunden alle Optionen offen, auch eine militärische. Dagegen beharrte Moskau auf einer diplomatischen Lösung.

«Alle Optionen liegen auf dem Tisch», sagte Bush in Washington auf Fragen von Journalisten nach einem möglichen Militäreinsatz. Er fügte allerdings auch hinzu: «Wir wollen diese Angelegenheit diplomatisch lösen, und wir arbeiten hart daran.»

Der Präsident rief zu gemeinsamen Anstrengungen all jener Staaten auf, die sich der Gefahr iranischer Atomwaffen bewusst seien. Er verwies darauf, dass die US-Regierung eng mit den so genannten EU-Drei Deutschland, Frankreich und Grossbritannien zusammenarbeite. Er wolle auch den chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao bei dessen Besuch in Washington am Donnerstag aufrufen, den Druck auf den Iran zu erhöhen.

Die russische Regierung lehne Sanktionen und den Einsatz von Gewalt ab, betonte das Aussenministerium in Moskau nach einer Meldung der Nachrichtenagentur ITAR-Tass. Diese Haltung sollte bei dem Treffen am Abend in der russischen Hauptstadt bekräftigt werden. Aussenminister Sergej Lawrow forderte seinen iranischen Kollegen Manutschehr Mottaki in einem Telefongespräch am Montag erneut auf, die Anreicherung von Uran einzustellen. Ausserdem ersuchte er Mottaki um die rasche Beantwortung offener Fragen hinsichtlich des Atomprogramms, wie das Aussenministerium mitteilte.

Der iranische Botschafter in Moskau, Gholamresa Ansari, erklärte, der Dialog müsse fortgesetzt werden. Er bekräftigte zugleich auch die Entschlossenheit der iranischen Regierung, an der Anreicherung von Uran festzuhalten. «Wir tun, was wir können, um den Konflikt mit friedlichen Mitteln zu lösen», sagte Ansari dem Radiosender Echo Moskau.

Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad drohte, die iranischen Streitkräfte würden «die Hand jedes Aggressors abschneiden». Der Iran verfüge über ein mächtiges Heer, das die politischen Grenzen und die Integrität des Landes verteidigen könne, sagte er vor einer Parade der Streitkräfte am Tag des Heeres in Teheran. Die Soldaten müssten «ständig bereit, ausgerüstet und schlagkräftig sein». Zugleich betonte der Präsident, dass die Streitkräfte dem Frieden und der Sicherheit der Menschen dienten. «Die Leistungskraft unseres Heeres stellt für kein Land eine Bedrohung dar», sagte Ahmadinedschad.

Vor den Gesprächen in Moskau rief auch der Generalsekretär der Arabischen Liga, Amr Mussa, zum Dialog auf. Offenbar mit Blick auf Israel, das als inoffizielle Atommacht gilt, warnte er vor der Anwendung zweierlei Massstäbe für die Länder im Nahen und Mittleren Osten. Vor allem Washington dringt auf Sanktionen gegen den Iran, sollte Teheran die Forderungen der internationalen Gemeinschaft nicht erfüllen. Der UN-Sicherheitsrat hat Teheran eine Frist bis zum 28. April eingeräumt, seine Urananreicherung einzustellen und offene Fragen zu seinem Atomprogramm zu beantworten.

Kein Kommentar zum Treffen

Die fünf ständigen Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates sowie Deutschland trafen sich am Dienstagabend in Moskau zu Gesprächen. Entgegen den Erwartungen äusserten sich die Teilnehmer nicht vor der Presse. (dapd)

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