Aktualisiert 05.08.2008 14:42

«W» von Oliver StoneBush-Film heizt den Wahlkampf an

Hollywood-Regisseur Oliver Stone ist immer für eine Kontroverse gut. «W», sein neuestes Werk über das Leben von George W. Bush, dürfte da keine Ausnahme machen. Und nun wurde bekannt: Die Biographie kommt noch vor den Wahlen ins Kino. Einen Vorgeschmack liefert der erste Trailer.

Schon die Ankündigung von Oliver Stones neustem Projekt sorgte für Aufsehen. Der Regisseur nahm sich unter dem Titel «W» die Biographie von George W. Bush vor. Der bekennende Anhänger der Demokraten hat kontroverse Filme wie «Platoon», «JFK» und «Natural Born Killers» gedreht und sich mit politischen Statements nie zurückgehalten. Entsprechend hoch waren die Erwartungen oder Befürchtungen.

Hauptdarsteller Josh Brolin etwa, gerade durch den Oscar-Abräumer «No Country for Old Men» bekannt geworden, wollte anfangs nichts von der Rolle wissen. Erst nachdem er das Drehbuch gelesen hatte, änderte er seine Meinung: «Ich rechnete mit einem Linksaussen-Bashing des Präsidenten, doch es war ganz anders», erklärte er der «Los Angeles Times».

Bewunderung für Bushs Standhaftigkeit

Hat Oliver Stone gar eine positive Bush-Biographie gedreht? Völlig überraschend käme das nicht. Bereits in «Nixon» zeigte er einige Sympathien für den Watergate-Skandalpräsidenten. Und mit dem patriotischen Grundton seines letzten Films «World Trade Center» enttäuschte er viele seiner Fans. Stone, der an der Elite-Uni Yale für kurze Zeit zusammen mit dem Präsidenten studiert hatte, betonte in der «Los Angeles Times», er sei ganz klar kein Fan von Bushs Politik, bewundere aber dessen Standhaftigkeit und Ehrgeiz.

Der Film besteht aus drei Akten: Bushs wilder Jugend mit alkoholischen und anderen Exzessen, seiner persönlichen und religiösen Bekehrung nach dem 40. Geburtstag und seiner erste Amtszeit als Präsident. Neben Brolin als «W» spielen Elizabeth Banks als Laura Bush, James Cromwell als Bush senior, Richard Dreyfuss als Dick Cheney, Jeffrey Wright als Colin Powell und Thandie Newton als Condoleezza Rice.

Kinostart am 17. Oktober

Ein Wohlfühl-Film ist es trotzdem kaum geworden. Der erste Trailer lässt jedenfalls eine gewisse satirische Schärfe erwarten, etwa durch die Verwendung des Heulers «What a Wonderful World». Zudem startet der Film in den USA nicht wie anfangs erwartet 2009, sondern bereits am 17. Oktober, drei Wochen vor den Präsidentschaftswahlen. Ganz ohne Hintergedanken dürfte Oliver Stone diesen Frühstart kaum riskieren.

Ob er damit etwas bewirken kann, bleibt zweifelhaft. Michael Moore tat vor vier Jahren alles, um seinen Anti-Bush-Film «Fahrenheit 9/11» vor den Wahlen ins Fernsehen zu bringen. Es nützte nichts, Bush wurde trotzdem wiedergewählt.

(pbl)

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