Bush mit Pfeifkonzert in Rostock empfangen

Aktualisiert

Bush mit Pfeifkonzert in Rostock empfangen

Rund 500 Demonstranten haben die Landung des Flugzeugs von US-Präsident George W. Bush bei Rostock mit Buhrufen und einem Pfeifkonzert begleitet.

Die Demonstranten in Weitendorf beim Flughafen Rostock-Laage riefen «Fuck Bush» und «Bush go home». Einige hielten Transparente unter anderem mit der Aufschrift «G-8 = Kriegstreiber» hoch.

Festnahmen oder Ausschreitungen gab es zunächst nicht. Die Polizei war am südlichen Rand des Flughafens mit einem Grossaufgebot präsent.

Mit dem Helikopter weitergeflogen

Nachdem US-Präsident George W. Bush am Dienstagabend auf dem hermetisch abgeriegelten Flughafen Rostock-Laage gelandet war, bestieg er einen Hubschrauber und flog nach Heiligendamm weiter, wo am Mittwoch das Gipfeltreffen der wichtigsten Industrienationen beginnt. Für den Abend ist eine erste Zusammenkunft im Rahmen eines gemeinsamen Arbeitsessens geplant.

Spitzentreffen vor Gipfel

Bundeskanzlerin Angela Merkel will beim G-8-Gipfel in Heiligendamm eine handlungsfähige Allianz im Kampf gegen den Klimawandel und die Armut schmieden. Nur Stunden vor der offiziellen Eröffnung wollte sie noch Spitzentreffen abhalten.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa zeigte sich Merkel von einem Erfolg des Treffens fest überzeugt. Zuversichtlich ist Merkel auch, spürbare Solidarität der G-8 mit den Armen vor allem in Afrika mobilisieren zu können. «Positiv ist, dass in Afrika ein Prozess in Gang gekommen ist, in dem Länder sich selbst zu dieser guten Regierungsführung verpflichten», sagte sie.

Auf der Tagesordnung der Regierungschefs aus den USA, Kanada, Japan, Russland, Grossbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland stehen auch die festgefahrene Welthandelsrunde, der Schutz von Erfindungen und die sozialen Folgen der Globalisierung, gegen die Zehntausende protestierten.

Treffen Bush-Putin

Zurückhaltend bewertete Merkel Möglichkeiten, die an den Kalten Krieg erinnernde Konfrontation zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und US-Präsident George W. Bush über ein amerikanisches Raketenabwehrsystem in Mitteleuropa zu entschärfen.

Bush beschwor Putin am Dienstag in Prag eindringlich, seine Attacken gegen die US-Pläne für ein Raketenabwehrsystem in Mitteleuropa aufzugeben und stattdessen zu kooperieren. In Tschechien und Polen sollen Teile eines Raketenschildes aufgebaut werden. Russland fühlt sich dadurch massiv bedroht.

Putin hatte am Vortag gedroht, neue Ziele ins Visier russischer Raketen nehmen zu lassen. Bush und Putin wollen sich in Heiligendamm zu einem Zweiergespräch treffen.

Steinewerfer verurteilt

Einer der Steinewerfer von Rostock muss für zehn Monate hinter Gitter. Das Amtsgericht verurteilte in einem beschleunigten Verfahren einen nicht vorbestraften 31-Jährige Randalierer zu zehn Monaten Haft ohne Bewährung. Er hatte am Samstag mehrfach mit Steinen gezielt nach Polizisten geworfen.

Globalisierungskritiker begannen am Dienstag in Rostock mit einem so genannten Alternativ-Gipfel zu sozialen und ökologischen Fragen. Sie wollen beweisen, dass ihre Opposition zur Globalisierung ausschliesslich friedlich ist. (dapd)

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