Bush ruft China zur Anerkennung von Freiheitsrechten auf
Aktualisiert

Bush ruft China zur Anerkennung von Freiheitsrechten auf

US-Präsident George W. Bush hat von China einen «historischen Wandel zu grösserer Freiheit» gefordert.

Bush hat China dazu aufgerufen, seinen Bürgern religiöse, politische und soziale Freiheiten zu gewähren. «Wir ermutigen China, mit einem historischen Wandel zu grösserer Freiheit fortzufahren», sagte Bush am Sonntag mit dem chinesischen Staatspräsidenten Hu Jintao an seiner Seite.

Nach einer Unterredung in der Grossen Halle des Volkes am Tiananmen-Platz in Peking kündigten beide Staatschefs Schritte zur Überwindung ihrer Spannungen im bilateralen Handel an. Hu sagte, seine Regierung sei bemüht, den Handelsüberschuss im Austausch mit den USA zu verringern. Konkrete Massnahmen nannte er jedoch nicht. Auch gab es offenbar keinen Durchbruch bei der Forderung der USA nach einer chinesischen Währungsreform. Das Defizit der USA im Handel mit China wird in diesem Jahr wahrscheinlich auf mehr als 200 Milliarden Dollar steigen. Bush erneuerte die Einlandung an Hu zu einem Besuch in Washington, nachdem eine geplante Reise im September wegen des Hurrikans Katrina verschoben worden war. Nach Informationen der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua soll der Besuch jetzt Anfang nächsten Jahres nachgeholt werden.

Festnahmen nach Kirchenbesuch von Bush

Nach dem Besuch von US-Präsident George W. Bush in einer christlichen Kirche in Peking hat die chinesische Polizei nach einem Augenzeugenbericht mindestens 30 Besucher des Gottesdienstes festgenommen. Die Betroffenen hätten Bush ansprechen wollen, seien aber erst nach ihm in der Kirche eingetroffen, sagte am Sonntag der 48-jährige Busfahrer Tian Baocheng, der nach eigenen Angaben ebenfalls festgenommen wurde. Ein Polizeisprecher des Bezirks sagte auf Anfrage, es habe keine Festnahmen gegeben, werde die Sache aber prüfen.

«Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich dem US-Präsidenten gesagt, dass dies ein Land ohne Menschenrechte und ohne Demokratie ist», sagte Tian. Er sei zusammen mit anderen in die Gangwashi-Kirche im Süden von Peking gekommen, um mit Bush zu reden. Als sei eingetroffen seien, habe der Präsident das Gebäude aber bereits verlassen. Sie seien verhaftet worden, als sie wieder aus der Kirche herausgekommen seien. «Jetzt halten sie uns ohne Rechtsgrundlage fest», sagte Tian über Mobiltelefon. Er sei bereits vier Mal in Peking gewesen, um sich wegen der Zerstörung seines Hauses in Schanghai zu beschweren. Das Haus habe einem Neubauprojekt weichen müssen.

(dapd)

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