Bush will die Ukraine
Aktualisiert

Bush will die Ukraine

US-Präsident George W. Bush will der Regierung in Kiew bei seinem zweitägigen Besuch in der Ukraine Unterstützung für das Streben nach einer NATO-Mitgliedschaft zusichern.

Das erklärte US-Botschafter William Taylor am Montag vor Journalisten. Bush wurde am Abend in Kiew erwartet. Am Mittwoch will er zum letzten planmässigen NATO-Gipfel seiner Amtszeit nach Bukarest weiterreisen.

Vor der Ankunft Bushs kamen mehrere tausend Demonstranten in Kiews Innenstadt zusammen, um gegen einen möglichen NATO-Beitritt zu protestieren. Flaggen des Verteidigungsbündnisses wurden angezündet. Auf Transparenten waren Hammer und Sichel zu sehen, auf einem anderen ein Hakenkreuz, daneben stand «NATO - Gestapo». Die ukrainische Gesellschaft ist in Bezug auf den NATO-Beitritt gespalten: Prowestliche Kräfte sind dafür, die prorussische Seite jedoch vehement dagegen.

Die Regierung von Präsident Viktor Juschtschenko hofft, dass das Militärbündnis die Ukraine zu Beitrittsverhandlungen einlädt. Bush unterstützt eine NATO-Mitgliedschaft sowohl für die Ukraine als auch für Georgien, aber innerhalb des Bündnisses gibt es noch erhebliche Widerstände.

Widerstand aus Deutschland und anderen Staaten

Im Fall der Ukraine verweisen Länder wie Deutschland oder Frankreich unter anderem darauf, dass ein grosser Teil der Bevölkerung dort gegen eine weitere Annäherung an den Westen ist. Mehr als die Hälfte der Ukrainer, vor allem im russisch-sprachigen Osten und Süden des Landes, sind gegen eine NATO-Mitgliedschaft, wie Umfragen ergaben. Russland hat sich mehrfach vehement gegen eine mögliche NATO-Mitgliedschaft des Nachbarlandes ausgesprochen und mit wirtschaftlichen und politischen Konsequenzen gedroht.

Bushs nächste Station ist von Mittwoch bis Freitag das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der NATO in Bukarest. Am Sonntag besucht Bush dann noch einmal den scheidenden russischen Präsidenten Wladimir Putin. (dapd)

Deine Meinung