Bush zu Musharraf: «Ziehen Sie die Uniform aus!»
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Bush zu Musharraf: «Ziehen Sie die Uniform aus!»

US-Präsident George W. Bush hat den pakistanischen Militärmachthaber General Pervez Musharraf aufgefordert die Uniform abzulegen. Musharraf könne nicht gleichzeitig Präsident und Militärchef sein, betonte Bush.

In einem Telefongespräch mit dem pakistanischen Präsidenten habe er betont, dass die USA weiter auf freie Wahlen in Pakistan setzten, sagte Bush am Mittwoch in Mount Vernon bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy.

Er habe dem pakistanischen General gesagt: «Ziehen Sie die Uniform aus». Auch Sarkozy sprach sich für eine rasche Rückkehr Pakistans zur Demokratie aus. Musharraf hatte am Samstag den Ausnahmezustand über das Land verhängt.

Bhutto ruft zu Massenprotesten auf

In Pakistan hat die frühere Regierungschefin Benazir Bhutto zu Massenprotesten gegen den Ausnahmezustand aufgerufen, den Militärmachthaber Musharraf am Samstag verhängt hatte.

«Ich rufe das pakistanische Volk auf, zu demonstrieren», sagte Bhutto am Mittwoch nach einem Treffen mit Oppositionspolitikern in der Hauptstadt Islamabad. Sie kündigte eine Kundgebung in Rawalpindi am Freitag sowie einen «langen Marsch» am kommenden Dienstag in Lahore an.

«Wie viele Menschen könne sie hinter Gitter bringen? Wir werden so viele versammeln, dass sie nicht genug Gefängnisse haben», kündigte Bhutto an. Die Polizei war in den vergangenen Tagen massiv gegen Demonstranten vorgegangen.

Die 54-jährige Politikerin hatte Pakistan von 1988 bis 1990 und erneut von 1993 bis 1996 regiert. Vor drei Wochen kehrte sie aus dem Exil zurück, nachdem Musharraf die gegen sie erhobenen Korruptionsvorwürfe für nichtig erklärt hatte.

Der Präsident der regierenden Muslim-Liga (PML-Q) deutete unterdessen ein baldiges Ende des Ausnahmezustands an. «Ich bin sicher, es wird in zwei bis drei Wochen vorbei sein», sagte Chaudhry Shujaat Hussain der Tageszeitung «Dawn».

An einer möglichen Verschiebung der für Januar geplanten Wahlen habe seine Partei kein Interesse, erklärte er. Zudem sei er zu Gesprächen mit Oppositionsführerin Bhutto bereit, «um den Übergang zur Demokratie sicherzustellen».

Angesichts der anhaltenden Gewalt soll Pakistan mittlerweile zehntausende Soldaten von der Grenze zu Indien abgezogen haben, um sie in anderen Landesteilen einzusetzen. Das sagte ein Vertreter des indischen Verteidigungsministeriums.

(sda)

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