Polizeispitzel-Vorwürfe: «Bushido ist in der Szene erledigt»
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Polizeispitzel-Vorwürfe«Bushido ist in der Szene erledigt»

Rund um den deutschen Rapper Bushido überschlagen sich die Ereignisse – und sorgen täglich für Schlagzeilen in Deutschland. Er selbst hat sich bis jetzt nicht geäussert.

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«Die Polizei ist jetzt sein Team», mit diesem Satz über Bushido sorgte der deutsche Rapper Capital Bra für ein Erdbeben in der Szene und den Fans. Capital %ndash; war 2018 auch in den Schweizer Charts auf Platz Eins – behauptet, Bushido habe Leute bei der Polizei verpfiffen, die nun ins Gefängnis gehen müssten.

«Die Polizei ist jetzt sein Team», mit diesem Satz über Bushido sorgte der deutsche Rapper Capital Bra für ein Erdbeben in der Szene und den Fans. Capital %ndash; war 2018 auch in den Schweizer Charts auf Platz Eins – behauptet, Bushido habe Leute bei der Polizei verpfiffen, die nun ins Gefängnis gehen müssten.

epa/Bernd von Jutrczenka
Bushido selbst hat sich zu den Vorwürfen bis jetzt nicht geäussert. Laut verschiedenen deutschen Medien steht seine ganze Familie seit Längerem unter Polizeischutz – seit er sich von seinem ehemaligen Geschäftspartner, dem Clanboss Arafat Abou-Chaker, getrennt hat.

Bushido selbst hat sich zu den Vorwürfen bis jetzt nicht geäussert. Laut verschiedenen deutschen Medien steht seine ganze Familie seit Längerem unter Polizeischutz – seit er sich von seinem ehemaligen Geschäftspartner, dem Clanboss Arafat Abou-Chaker, getrennt hat.

epa/Paul Zinken
Arafat Abou-Chaker und sein Bruder sitzen aktuell in Haft. Laut mehreren deutschen Medien plante die Clanfamilie, die Kinder des Rappers zu entführen – von einem Säureanschlag auf Bushidos Frau Anna-Maria Ferchichi ist ebenfalls die Rede. Dies sind jedoch alles Gerüchte, die von offizieller Seite nicht bestätigt wurden.

Arafat Abou-Chaker und sein Bruder sitzen aktuell in Haft. Laut mehreren deutschen Medien plante die Clanfamilie, die Kinder des Rappers zu entführen – von einem Säureanschlag auf Bushidos Frau Anna-Maria Ferchichi ist ebenfalls die Rede. Dies sind jedoch alles Gerüchte, die von offizieller Seite nicht bestätigt wurden.

AP/dapd/Clemens Bilan

«Die Polizei ist jetzt dein Team!»

Ein altbekannter Superstar der deutschen Rapszene, ein gehypter Newcomer und Familienclans aus dem Berliner Untergrund – die deutsche Rapwelt, die sich mittlerweile zur Hitfabrik entwickelt hat, steht Kopf wegen Bushido.

Die Headlines überschlagen sich seit Tagen. Dabei geht es um verhaftete Clanbosse, mögliche Entführungspläne gegen Bushidos Kinder, Polizeispitzel-Vorwürfe und einer Social-Media-Schlammschlacht. Hier eine chronologische Zusammenfassung aller Geschehnisse und Gerüchte:

Jahrelang waren Bushido und Clanboss Arafat Abou-Chaker Geschäftspartner, Freunde und Nachbarn. Im März 2018 kam dann der Bruch. Es folgten Anfeindungen auf Social Media, eine musikalische Abrechnung vonseiten Bushidos und ein Stern-Interview mit dem Rapper und seiner Frau.

«Natürlich haben wir Angst, dass jemand aus Rache auf mich oder meinen Mann schiesst – wir rechnen eigentlich jeden Tag damit», sagte seine Frau Anna-Maria Ferchichi. Laut den deutschen Medien steht die ganze Familie, inklusive Bushido, daher seit Längerem unter Polizeischutz.

Nachdem es mehrere Monate – zumindest in der Öffentlichkeit – beim Thema Bushido nur um Musik ging, folgte am 15. Januar 2019 der erste Hammer: Clanboss Arafat Abou-Chaker wurde verhaftet. Der Grund: «Verdacht auf Verabredung zu einem Verbrechen zum Nachteil von Familienangehörigen seines ehemaligen Geschäftspartners Bushido», so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft zu «Bild».

In dieser Woche wurde auch sein Bruder Yasser Abou-Chaker verhaftet. Laut mehreren deutschen Medien plante die Clanfamilie, die Kinder des Rappers zu entführen – von einem Säureanschlag auf Bushidos Frau ist ebenfalls die Rede. Die Hauptzeugin: Yassers Noch-Ehefrau. Auch sie soll aktuell unter Polizeischutz stehen. Dies sind jedoch alles Gerüchte, die von offizieller Seite nicht bestätigt wurden.

Als wäre die Verhaftung der Abou-Chakers nicht schon genug spektakulär, postete der junge Rapper Capital Bra, die Chart-Sensation 2018, am Mittwochabend auf Instagram ein Video, das für ein Erdbeben in der Szene und bei den Fans sorgte: «Das ist kein Promomove, ich bin nicht mehr bei Bushidos Label EGJ (Erstguterjunge), da er mit der Polizei arbeitet. Die Polizei ist jetzt sein Team.»

Capital behauptet, Bushido sei bei der Polizei gewesen und habe Leute verpfiffen, die nun ins Gefängnis gehen müssen. Wenige Stunden später veröffentlichte er ein neues Musikvideo mit dem Titel «fick 31er». 31er bezieht sich auf einen Paragrafen und bedeutet, dass jemand bei der Polizei aussagt, um die eigene Strafe zu mindern.

Am Donnerstagabend gab er sich aber doch noch etwas versöhnlicher in Richtung Bushido: «Ich würde seine Kinder mit meinem Leben verteidigen – ich wünsche Bushido alles Gute.» Dies als Antwort auf Kritiker, die sagen, dass Capital Bra den Unterschied zwischen angeordnetem Polizeischutz und Kooperation mit der Polizei nicht kenne.

Hier das Trennungsvideo von Capital Bra:

Ashraf Rammo ist der Mann, an den sich Bushido nach der Trennung von Arafat Abou-Chaker wandte. Der Rammo-Familienclan gilt in manchen Medien als deutlich grösser und nicht weniger gefährlich als der von Abou-Chaker.

In Capital Bras Instagram-Video behauptet der junge Rapper, dass Bushido auch Rammo verraten hätte. Der mächtige Clanchef hat sich bisher gar nicht zum Thema geäussert. Laut «Bild»-Quellen soll Bushido die Familie Rammo auch nicht bei der Polizei verraten haben.

Die Welle, die Capital Bra mit seinem Trennungsvideo lostritt, sorgte auch für viel Schadenfreude in der Rapszene und bei alten Weggefährten von Bushido. Für die grösste Aufregung sorgt ein Instagram-Post von Rapper Fler.

Ein Video zeigt, wie Bushido mit Personenschutz unterwegs ist. Der Titel: «Vushido» – eine Anspielung darauf, dass Bushido angeblich als V-Mann für die Polizei arbeite.

Dieses Video hat Fler auf Insta gepostet:

Langjährige Kriminalreporter der «Bild»-Zeitung kritisieren in ihrem Podcast die Veröffentlichung: Es gehe um die Sicherheit einer Familie und im Video seien die Köpfe der Personenschützer sowie die Nummernschilder erkennbar. Zudem soll Fler laut den Reportern selbst schon mit dem Landeskriminalamt (LKA) wegen einer Rocker-Gruppierung zusammengearbeitet haben.

Fler selbst dementierte dies vehement am Wochenende und wirft den beiden Reportern vor, die Pressesprecher von Bushido zu sein: «Das LKA hat nie von mir bekommen, was es wollte. Was wüsste ich denn schon als ein Fler über eine Rocker-Gruppierung?», so der Rapper auf Instagram.

Am Sonntag publizierte die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» ein Interview mit Fler, in dem der Rapper auch über Bushido sprach. Zum oben thematisierten Video meinte er: «Es wurde mir zugespielt. Aufgenommen wurde es an dem Tag, an dem es auch veröffentlicht wurde. Mehr sage ich dazu nicht.»

Und über Bushidos Zukunft als Rapper meinte sein ehemaliger Weggefährte: «Er wird immer seine Hörer finden. Ich denke aber, dass er in der Szene erledigt ist. Er hat zu viele Feinde.»

Die Person, die am meisten zur Situation sagen könnte, ist seit Capital Bras Video nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetaucht – auch auf Social Media war sie inaktiv. Wo ist Bushido?

Deutsche Rapblogs vermelden, dass er untergetaucht oder auf der Flucht sei. Gemäss aktuellen Erkenntnissen sind das aber auch nur Gerüchte. Ein Statement des 40-Jährigen wird mit Spannung erwartet.

Und wer weiss, vielleicht ist Capital Bras Video trotzdem auch nur ein geschickter PR-Coup, um sein neues Album zu promoten – das übrigens weiterhin im April auf Bushidos Label EGJ erscheinen wird. (20 Minuten)

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