Mehr Schmuggel: Bushmeat, Pillen und Fake-Klamotten
Aktualisiert

Mehr SchmuggelBushmeat, Pillen und Fake-Klamotten

Den Zöllnern am Flughafen Zürich sind vergangenes Jahr deutlich mehr Schmuggler ins Netz gegangen als im Vorjahr. Rapide zugenommen hat der versuchte Schmuggel von Bushmeat.

von
sut

Gefunden wurden etwa gefälschte Markenkleider, verbotenes «Bushmeat», Drogen oder illegale Medikamente: Die Zöllner am Flughafen Zürich haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Schmuggelversuche aufgedeckt als im Vorjahr.

Eine Frau aus Kamerun schleppte 30 Kilo so genanntes Bushmeat – Fleisch von wilden Tieren aus Afrika – mit sich. Fast zwei Kilo davon waren säuberlich geschnittene Würgeschlangen-Häppchen. Insgesamt beschlagnahmte der Zoll am Flughafen im vergangenen Jahr 98 Kilo «Bushmeat» – mehr als doppelt so viel wie 2011 (39 Kilo).

«Dass derart viel Bushmeat geschmuggelt wurde, hängt einerseits damit zusammen, dass in der Schweiz mehr Afrikaner leben – andererseits kann es auch eine Folge der Wirtschaftskrise sein», sagt Daniel Tschudin vom Zollinspektorat. Das Fleisch sei in Afrika auf den Märkten sehr billig zu erstehen. «Bushmeat ist sowohl ein Problem aus Sicht des Tierseuchengesetzes als auch aus Sicht des Artenschutzabkommens.»

Potenzmittel oder Diätmittel

Eine ganze Schachtel voller Potenzmittel aus Thailand hatte ein Schweizer im Gepäck, der aus Bangkok einreiste. Dass er sie alle für sich selber brauche, nahmen ihm die Zöllner nicht ab. Im ganzen Jahr entdeckten sie 335 Fälle von illegalen Medikamententransporten (Vorjahr 303). «Der grösste Teil der gefälschten oder unerlaubten Heilmittel wird über den Internethandel in die Schweiz eingeführt», so Tschudin. Es handle sich in den meisten Fällen um Potenzmittel oder Diätmittel.

Im Frachtverkehr kontrollierten die Zöllner 8826 Sendungen (Vorjahr 10'141). Die Zahl der Zollkontrollen wurden zwar reduziert. Die Kontrollen werden aber gezielter und gründlicher durchgeführt. Mehr als jede dritte Sendung wurde beanstandet und mit 2958 fast 25 Prozent mehr Strafverfahren eröffnet. Ein weiterer Punkt bei der Bekämpfung der Schmugglerei ist auch die Schulung der ausländischen Zöllner. So besuchten etwa afrikanische Zollbeamte im Sommer letzten Jahres im Rahmen eines Projekts der Weltzollorganisation den Flughafenzoll in Zürich. Tschudin: «Wenn die Zusammenarbeit unter den Ländern ideal läuft, wird Schmuggelgut gar nicht mehr erst ausgeführt.»

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