Bushs Klimaschutz: Nur heisse Luft

Aktualisiert

Bushs Klimaschutz: Nur heisse Luft

Amerika tritt beim Klimaschutz weiter auf die Bremse. Die Bush-Regierung will sich bei der Weltklimakonferenz mit Verweis auf die eigene Klimaschutzinitiative nicht auf klare Ziele einlassen. Damit ist die kurz vor der Bali-Konferenz von Präsident Bush inszenierte Gegenveranstaltung als Querschläger entlarvt.

Der Leiter der US-Delegation, Harlan Watson, enttäuschte in Nusa Dua auf Bali mit dem Hinweis, sein Land sperre sich gegen verbindliche Reduktionsmassnahmen.

Er verwies auf den von den USA gestarteten separaten Dialog unter den grössten Treibhausgasemittenten, der im September in Washington begann und im nächsten Jahr fortgesetzt werden soll. Dabei könnten «klare Zahlen» auf den Tisch kommen.

Watson betonte, dass der Dialog nicht in Konkurrenz zu den UNO- Verhandlungen laufe, sondern diese unterstützen solle. «Gibt es eine Konkurrenz? Die Antwort ist absolut nein», hatte Bushs Chef-Klimaunterhändler Watson im September versichert. Rhetorik hin oder her: Bushs Klimainitiative blockiert jetzt die gemeinsame Entscheidungsfindung in Bali.

USA bleiben wieder einmal aussen vor

Die EU und andere Staaten wollen auf der Insel bereits das Ziel für die Industriestaaten festlegen, ihre klimaschädigenden Treibhausgasemissionen bis 2020 um 25 bis 40 Prozent zu senken. Dies entspricht einer Empfehlung aus einem der Vorbereitungstreffen für Bali.

Der Chef des UNO-Klimasekretariats, Yvo de Boer, sagte, dieses Ziel werde von fast allen Beteiligten akzeptiert. «Wir werden unsere Position nicht ändern», sagte Watson.

Auf konkrete Ziele könnten sich die Länder in den nächsten zwei Jahren verständigen. So lange sollen die Verhandlungen über einen neuen Klimaschutzvertrag laufen, zu dem in Bali das Mandat ausgearbeitet wird. «Wir müssen ja nicht gleich zu Anfang diese Nummernspielchen spielen», sagte Watson.

(SDA/ast)

Deine Meinung