Aktualisiert 21.01.2005 07:32

Bushs Vereidigung von Demos begleitet

Während der Amtseinführung von US-Präsident George W. Bush ist es von San Francisco über New Orleans bis Baltimore und Washington zu Protesten gekommen.

In New Orleans kamen 1.500 Personen zu einem «Jazz-Begräbnis für die Demokratie», in Louisville in Kentucky wurden die Namen amerikanischer und irakischer Kriegstoter verlesen.

«Wir feiern das amerikanische Recht, eine andere Meinung zu haben», sagte Fernsehproduzent Norman Lear bei einer Veranstaltung der Bürgerrechtsgruppe People for the American Way in San Francisco, die als Alternative zu den offiziellen Feiern stattfand. In Baltimore hielt eine Frau mit einer Bush-Maske eine ironische Antrittsrede, und ein Gitarrist spielte Bob Dylans Lied «Gates of Eden», das mit den Worten beginnt: «Of war and peace the truth just twists.» Vorbeifahrende Auto- und Busfahrer hupten zur Unterstützung.

Zum Verlesen der Namen von Kriegstoten in Louisville sagte Ken Nevitt vom örtlichen Friedenskomitee: «Für uns werden es vier weitere Jahre des Protestierens sein.» Kriegsgegner marschierten in Washington auf den Kapitolhügel, um die feierliche Vereidigung Bushs zu stören. Einige der Demonstranten trugen sargähnliche Kisten, mit denen sie an die im Irak gefallenen US-Soldaten erinnern wollten. Während der letzten Minuten von Bushs Antrittsrede waren auf den Stufen des Kapitols Sprechchöre zu hören. Der Präsident liess sich nicht anmerken, ob er die Demonstranten hörte.

Die Polizei nahm mehrere Personen fest und liess sie nach den Feierlichkeiten wieder frei, wie die Frauenrechtsorganisation CodePink mitteilte. Ein Mitglied der Gruppe sagte, sie hätten von Kongressmitgliedern Karten für die Vereidigungszeremonie bekommen.

Am Morgen hatten sich etwa 500 Menschen in einem nahen Park versammelt, um ihrem Unmut über Bush Luft zu machen. «Der schlechteste Präsident aller Zeiten», stand auf einem ihrer Plakate. Auf einem anderen hiess es: «Vier weitere Jahre, Gott hilf Amerika!» Es sei wichtig festzuhalten, dass es deutlichen Widerstand gegeben habe, als Bushs zweite Amtszeit in die Geschichtsbücher eingegangen sei, sagte Jared Maslin aus New Hampshire. (dapd)

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