Machtwechsel: Bushs Zukunft als rüstiger Redner
Aktualisiert

MachtwechselBushs Zukunft als rüstiger Redner

Für George W. Bush hat der präsidiale Ruhestand begonnen. Damit hat er viel Zeit, Gutes zu tun oder als Redner Geld einzustreichen - falls ihn jemand hören will.

Millionen Menschen jubelten in Washington Barack Obama zu, als er vor dem Kapitol den Amtseid ablegte und seine Antrittsrede hielt. George Bush entschwebte dem Capitol Hill unmittelbar danach mit dem Helikopter. Der anschliessende Heimflug mit Air Force One nach Texas bleibt ihm als letztes Sonderrecht.

Kaum Pflichten

Zum Normalbürger wird George W. Bush auch in Zukunft nicht: Er wird zur exklusiven Runde der noch lebenden, ehemaligen US-Präsidenten gehören, die bisher nur aus Jimmy Carter, Bill Clinton und Bushs Vater George H. W. Bush bestand. Die Zeit nach der Präsidentschaft bringt für George W. kaum Pflichten. Für ihn eröffnen sich mit dem Status als ehemals mächtigster Mann der Welt zahlreiche Möglichkeiten Geld zu verdienen.

Millionenverdiener Clinton

Bill Clinton und seine Frau Hillary haben in den vergangenen acht Jahren rund 109 Millionen Dollar verdient. Pro Auftritt kassiert Bill Clinton laut «fdt.de» bis zu 300 000 Dollar – dreiviertel der Summe von Bushs ehemaligem jährlichem Präsidentenlohn. Laut Steuererklärungen nahm er allein nach dem Auszug aus dem Weissen Haus Anfang 2001 rund 52 Millionen Dollar durch Reden ein, wie «t-online.de» berichtet. «Es zahlt sich aus, Präsident zu sein», meinte ein Kommentator des TV-Senders CNN. 400'000 Euro soll Clinton 2004 für ein Paket aus einem Vorabdruck seiner Autobiografie im «Spiegel» sowie einem Exklusivinterview und einem Auftritt in der Talkshow von Johannes B. Kerner beim ZDF erhalten haben.

Insiderwissen versilbern...

Das Wissen eines Staatsmannes lässt sich aber auch anders nützen. Ein ehemaliger US-Präsident erhält - mit etwas Verzögerung - noch immer die Berichte der Geheimdienste. Das ist wertvolles Wissen, das sich vergolden lässt. Bush Senior setzt sein Wissen etwa als Berater für den Investmentgiganten Carlyle Group ein.

... oder Gutes tun wie Carter

In der Zeit nach seiner Präsidentschaft könnte George W. Bush aber auch zum edlen Staatsmann werden und Gutes tun. Der Demokrat Jimmy Carter ist dafür ein Paradebeispiel. Nach seiner Amtszeit hat er überall auf der Welt in Krisen vermittelt und sich für Demokratie und Menschenrechte eingesetzt. Für sein Engagement erhielt Carter 2002 einen Friedensnobelpreis. Auch Clinton betätigt sich karitativ: Mit seiner Stiftung kämpft er in Afrika gegen Aids und Malaria. Wird sich der abtretende George W. Bush auch derart wohltätig engagieren? Sicher ist, dass er, der Tradition folgend, aus Spendengeldern eine «Präsidentenbibliothek» mit Akten der Amtsjahre und ein Museum einrichten wird.

scc/sas

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