Luxus im Himmel: Businessjets: Günstiger als Business Class

Aktualisiert

Luxus im HimmelBusinessjets: Günstiger als Business Class

Konzernchefs reisen längst im Privatjet. Nun ziehen die Bosse der kleineren Firmen nach – denn Charterflüge im Businessjet sind für KMUs oft günstiger als die Business Class.

von
Laurina Waltersperger
Immer mehr KMUs fliegen mit Businessjets.

Immer mehr KMUs fliegen mit Businessjets.

Wer das Wort «Businessjet» hört, denkt an Luxus, Exklusivität, Überfluss. Dass gerade kleine und mittelgrosse Unternehmen (KMUs) bis 200 Angestellte immer häufiger in einer gecharterten Maschine zu Geschäftsterminen reisen – daran denkt kaum jemand. Dennoch: Laut verschiedenen Chartergesellschaften hat der Trend zu massgeschneiderten Geschäftsreisen klar zugenommen.

«In der Schweiz reisen mittelständische Unternehmen immer öfters im Businessjet», sagt Herbert Euler, Sprecher bei dem Charterunternehmen Air Partner. Zwar seien die Preise für Businessjets teurer als Linienflüge, aber bereits bei Gruppen ab vier Personen lohne es sich, eine Offerte einzuholen.

Bei der Konkurrenz klingt es ähnlich: «Die Tendenz zu massgeschneiderten Reisen ist klar erkennbar», sagt Fabrice Koeb, Geschäftsführer beim Charteranbieter Pro Sky Schweiz. Auch hier erkundigen sich immer mehr KMUs über eine günstige Alternative zu Linienflügen. Eine Abklärung sei lohnenswert, wenn etwa die Zieldestination mit einem Linienflug nicht direkt angeflogen wird.

Rechnen lohnt sich

Geldsparen mit dem Businessjet sei möglich, sagt Euler. Er rechnet vor: Wenn eine Gruppe von sechs Geschäftspartnern von Zürich nach Leipzig fliegt, zahlt sie mit dem Businessjet total 8 500 Schweizer Franken. Mit einem Linienflug beliefen sich die Kosten auf 10 400 Schweizer Franken. «Auch die zeitlichen Einsparungen sind enorm», sagt Euler. Denn oft gäbe es keine direkten Linienflüge an den gewünschten Zielort. So auch im Beispiel Zürich-Leipzig.

Luxus-Image schreckt viele ab

«Viele denken an Luxus, Champagner und Kaviar über den Wolken», sagt Euler. Dieses Image sei völlig falsch und die Berührungsängste überflüssig. Luxus sei Nebensache – die meisten wollen einfach möglichst schnell und kostengünstig von A nach B reisen. «Andere denken gar nicht daran, eine Vergleichsofferte bei uns einzuholen», so Koeb. Oft hätten KMUs übertriebene Preisvorstellungen.

Angesichts der weltweiten Krisenstimmung sei es für viele Firmen ein heikles Thema, so Euler. Zurzeit wolle keiner seiner Schweizer Kunden dazu Auskunft geben. Auch bei Pro Sky halten sich die Kunden bedeckt. Die Nachfrage sei aber zurzeit stabil, heisst es bei beiden.

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