Bundesgericht: Buskontrolleure haben überreagiert
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BundesgerichtBuskontrolleure haben überreagiert

Zwei Lausanner Buskontrolleure sind zu Recht wegen einfacher Körperverletzung zu bedingten Geldstrafen von je 500 Franken verurteilt worden.

Der Vorfall ereignete sich vor drei Jahren. Die Mutter eines autistischen Kindes war in Eile und vergass, als sie ihr Kind in der Betreuungsstätte abholen wollte, ihre Handtasche zuhause. Deshalb war sie ohne Portemonnaie und Ausweis unterwegs. Kurz vor der Haltestelle bei der Betreuungsstätte wurde sie von zwei Kontrolleuren der Verkehrsbetriebe der Stadt Lausanne aufgefordert, ihr Busticket zu zeigen. Sie hatte jedoch lediglich ein Billett für 2,40 Franken dabei statt wie nötig für 2,80 Franken. Da sie sich nicht ausweisen konnte, gab die Frau ihre Personalien und ihren Wohnort an, doch aus unerfindlichen Gründen konnte die Einwohnerkontrolle diese Angaben nicht bestätigen.

In den Polizeigriff genommen

Die Frau wurde immer nervöser, weil sie wusste, dass ihr Kind Angstzustände kriegt, wenn es nicht rechtzeitig abgeholt wird. Ihre Bitte, mit ihr in die Beutreuungsstätte zu kommen, wo die Angelegenheit hätte aufgeklärt werden können, lehnten die Kontrolleure ab. Schliesslich versuchte die Frau, sich an den beiden vorbeizuschlängeln, woraufhin die Kontrolleure sie packten und in den Polizeigriff nahmen. Dabei verletzte sich die Frau an der Schulter.

Das Bundesgericht hat in einem Entscheid vom 15. Januar nun die Waadtländer Justiz gestützt, die die beiden Kontrolleure wegen einfacher Körperverletzung verurteilt hatte. Die beiden hätten überreagiert, so der Vorwurf der Lausanner Richter. Die Kontrolleure müssen die Gerichtskosten von 3.000 Franken bezahlen.

(dapd)

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