Benken ZH: Busse für verbotenes Fotografieren

Aktualisiert

Benken ZHBusse für verbotenes Fotografieren

Ein Autolenker hat bei Benken eine Unfallstelle mit seinem Handy fotografiert. Da er gleichzeitig mit seinem Personenwagen fuhr, kommt ihn das Bild teuer zu stehen.

von
Attila Szenogrady

Der umstrittene Vorfall ging auf den 19. Juli 2008 zurück. Damals herrschte auf der A4 bei Benken um 17 Uhr nach einem Selbstunfall eines Personenfahrzeugs ein Verkehrschaos. Auch zum Ärger eines heute 61-jährigen Autolenkers, der seine Freundin in Schaffhausen besuchen wollte.

Beschädigtes Fahrzeug fotographiert

Als der Verwalter an der Unfallstelle langsam vorbeifuhr, zückte er sein Handy und lichtete das beschädigte Fahrzeug aus Neugier ab. Allerdings sollte ihn das Foto teuer zu stehen kommen. So hatte ein aufmerksamer Polizist den späteren Angeschuldigten dabei beobachtet und verzeigte diesen.

Dem Polizeibeamten geglaubt

Für das Statthalteramt Andelfingen war der Fall im Januar 2009 klar. Es büsste den Hobbby-Fotographen mit 400 Franken. Was sich dieser nicht gefallen liess und Einsprache einlegte. So habe er tatsächlich fotografiert, gab er zu. Allerdings sei er dabei nicht gefahren, fügte er bei und verlangte einen vollen Freispruch.

Allerdings ohne Erfolg. Der Verwalter ist sowohl vor dem Bezirksgericht Andelfingen, als nun auch am Zürcher Obergericht abgeblitzt. Beide Instanzen sind den glaubhafteren Aussagen des Polizeibeamten gefolgt.

Zudem entpuppte sich pikanterweise ausgerechnet das vom Verzeigten eingereichte Foto als Hauptbeweis für die Anklage. Demnach konnte das Bild gar nicht aus einem stehenden Fahrzeug geschossen worden sei.

Teures Foto

So kamen auch die Oberrichter zu einem Schuldspruch wegen Verletzung von Verkehrsregeln. Für den Beschuldigten kommt das Bild nun recht teuer. So soll er nicht nur die Busse von 400 Franken bezahlen. Er soll zusätzlich für die bisher aufgelaufenen Gerichtskosten von rund 2500 Franken aufkommen.

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