Buchs ZH: Bussenflut, weil Tempo wegen Hitze halbiert wurde
Aktualisiert

Buchs ZHBussenflut, weil Tempo wegen Hitze halbiert wurde

Die Höchstgeschwindigkeit auf einer Strasse in Buchs ZH wurde wegen der Hitze halbiert. Mehr als 58 Prozent der Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs.

von
T. Mathis
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Auf der Dielsdorferstrasse zwischen Buchs ZH und Dielsdorf ZH gilt jeweils temporär eine reduzierte Höchstgeschwindigkeit – 40 statt 80 km/h.

Auf der Dielsdorferstrasse zwischen Buchs ZH und Dielsdorf ZH gilt jeweils temporär eine reduzierte Höchstgeschwindigkeit – 40 statt 80 km/h.

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Die Gemeindepolizei Regensdorf führte eine Geschwindigkeitskontrolle durch. Über 58 Prozent der 497 kontrollierten Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs, darunter auch Leser-Reporter M. H.

Die Gemeindepolizei Regensdorf führte eine Geschwindigkeitskontrolle durch. Über 58 Prozent der 497 kontrollierten Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs, darunter auch Leser-Reporter M. H.

Leser-Reporter
H. will wenn nötig bis vor Bundesgericht. Laut ihm galt die Tempobeschränkung nur bis zu dieser Verzweigung.

H. will wenn nötig bis vor Bundesgericht. Laut ihm galt die Tempobeschränkung nur bis zu dieser Verzweigung.

Leser-Reporter

Bei grosser Hitze reduziert die Gemeinde Buchs ZH auf einem Teil der Dielsdorferstrasse zwischen Buchs und Dielsdorf jeweils die Höchstgeschwindigkeit temporär von 80 auf 40 km/h. Daran halten sich aber nur wenige Autofahrer, wie eine Geschwindigkeitskontrolle der Gemeindepolizei Regensdorf zeigt. Von 479 kontrollierten Fahrzeuge waren über 58 Prozent zu schnell unterwegs.

In die Kontrolle geriet auch 20-Minuten-Leser M. H.*, der sich einige Tage später auf dem Polizeiposten melden musste. Der Beamte habe ihm dort erklärt, dass er die signalisierte Höchstgeschwindigkeit um 32 Kilometer pro Stunde überschritten gehabt habe. «Das konnte ich kaum glauben. Um ein Haar wäre ich ein Raser, obwohl ich langsamer gefahren bin als die üblicherweise geltende Höchstgeschwindigkeit», sagt der 49-Jährige aus der Region.

«Keine erneute Signalisation»

Er habe die temporäre Tempobeschränkung einfach übersehen. «Die Polizei hat die Kontrolle doch absichtlich zu diesem Zeitpunkt durchgeführt.» Dass so viele Lenker zu schnell waren, habe ihn verwundert, weshalb er einige Abklärungen getroffen habe. «Diese haben ergeben, dass die Tempobeschränkung auf 40 km/h in meiner Richtung nur bis nach der Verzweigung beim Herrenweg galt. Dort gab es aber keine erneute Signalisation.» Die Kontrolle habe darauf an der steilsten Stelle bergab stattgefunden. Er will sich deshalb gegen den Strafbefehl wehren – «wenn nötig bis vor Bundesgericht!»

Die Gemeindepolizei bestätigt, dass über 58 Prozent der kontrollierten Fahrzeuge am 29. Juni zu schnell waren, und spricht von einer hohen Überschreitungsquote: «Diese Feststellung bestätigt die Notwendigkeit einer solchen Kontrolle, um die Sicherheit im Strassenverkehr zu gewährleisten», sagt der stellvertretende Dienstchef Michel Reinhart. Auch temporäre Signalisationen seien unbedingt zu beachten.

«Nicht als Verzweigung gewertet»

Dass die Anpassung auf 40 km/h nur bis zur Verzweigung galt, dementiert Reinhart aber: «Das Zusammentreffen der Dielsdorferstrasse mit dem Herrenweg wird nicht als Verzweigung gewertet, weil dieser als Flur- oder Feldweg gilt.» Die signalisierte Höchstgeschwindigkeit habe so in beide Richtungen gegolten.

Die Signalisation habe sich zudem in einwandfreiem Zustand befunden, sei gut sichtbar gewesen und durch Vorsignale angekündigt gewesen. «Zudem wurde die Anpassung der Geschwindigkeit auf der Dielsdorferstrasse amtlich publiziert.» Weitere Angaben kann Reinhart aufgrund noch laufender Verfahren nicht machen.

Schutz des Strassenbelags

Bei der Gemeinde heisst es, dass die Temporeduktion seit gut zehn Jahren der Situation entsprechend angeordnet werde und nur, wenn die Wetterverhältnisse aufgrund grosser Hitze den Belag beeinträchtigten. Das war vom 26. bis 30. Juni der Fall. «Die Beschränkung der Geschwindigkeit ist nötig, um Velo- und Motorradfahrer sowie den Strassenbelag zu schützen», sagt Gemeindeschreiber Urs Tanner. Da sich der Belag bei dieser grossen Hitz verflüssige, blieben Teile des Belags in den Reifen hängen. Zum Abbinden werde der Belag in dieser Zeit zusätzlich mit Sand bestreut.

«Würden wir diese Massnahme nicht anordnen, so wäre die Gemeinde haftbar bei allfälligen Unfällen der Verkehrsteilnehmer.» Aufgrund der aktuellen Hitzewelle gelte seit dem 23. Juli wiederum eine Höchstgeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde. Die Situation werde täglich beurteilt.

*Name der Redaktion bekannt

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