Samedan GR: Busunglück wird vor Gericht verhandelt
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Samedan GRBusunglück wird vor Gericht verhandelt

Das Busunglück im Oberengadin vom Oktober 2008 mit drei Toten und acht Verletzten wird zum Gerichtsfall. Die Bündner Staatsanwaltschaft hat gegen den Buschauffeur und den Betriebsleiter der Engadin Bus AG Anklage erhoben.

Die beiden Männer müssen sich wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung sowie wegen Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsgesetz verantworten. Die Verhandlung findet im Verlaufe des nächsten Sommers vor dem Bezirksgericht Maloja in Samedan statt, wie das Gericht am Dienstag mitteilte.

Laut Auskunft bei der Bündner Staatsanwaltschaft liegt der obere Strafrahmen für die den Angeklagten zur Last gelegten Tatbestände bei maximal viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe. In Frage käme auch eine Geldstrafe.

Bus aufgeschlitzt

Der schwere Unfall hatte sich am 3. Oktober 2008 nach einem heftigen Wintereinbruch ereignet. Der Ortsbus war auf der Fahrt von Sils nach Silvaplana in einer Linkskurve auf schneebedeckter Strasse ins Rutschen geraten. Der hintere Teil des Gelenkfahrzeugs schwenkte auf die Gegenfahrbahn, wo er gegen einen italienischen Holztransporter krachte.

Beim Auprall wurde der Bus aufgeschlitzt. Zwei Passagiere wurden aus dem Fahrzeug geschleudert und starben. Eine weitere Person erlitt ebenfalls tödliche Verletzungen. Acht Passagiere im hinteren Teil des Busses wurden leicht bis mittelschwer verletzt

Bei den Todesopfern handelt es sich um zwei Männer im Alter von 72 und 66 Jahren aus dem Kanton Zürich sowie um eine 52-jährige Frau aus dem Kanton Basel-Land. Unter den acht Verletzten befanden sich Einheimische und Feriengäste. Der Unglücksbus war mit 24 Personen besetzt.

(sda)

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