Brutzelzone Rheinufer: Buvetten sollen mehr Grillstellen anbieten
Publiziert

Brutzelzone RheinuferBuvetten sollen mehr Grillstellen anbieten

Einweggrills sind nach wie vor ein Ärgernis am Rhein. Die Stadt wünscht sich darum mehr beaufsichtigte Elektrogrills wie sie etwa die Oetlinger Buvette anbietet.

von
Lukas Hausendorf

Seit seiner Aufwertung ist das Kleinbasler Rheinufer abwärts der Mittleren Brücke eine gigantische Grillmeile. Die wenigsten garen dabei auf einer hochwertigen Unterlage - die Gelegenheitsgriller greifen gerne auf Einweggrills zurück. Sehr zum Ärger der Anwohner und der Stadt. Nicht nur auf dem Rasen, sondern sogar auf Beton hinterlassen sie Schäden. «Es kommt zu Verfärbungen», berichtet André Frauchiger, Sprecher des Tiefbauamts.

Die Mediterranisierung des Rheinufers ist für die Stadt zum veritablen Problem geworden. Die einfachste Lösung gegen geruchsintensives Wildgrillieren wäre die Installation von zusätzlichen öffentlichen Elektrogrills, wie einer von der Oetlinger Buvette betrieben wird. «Das wäre erwünscht», sagt Stadtentwickler Thomas Kessler. Möglicherweise werden die Buvetten-Betreiber schon bald dazu verpflichtet werden.

Betriebsbewilligung soll an Grill geknüpft werden

Die Grundlage dafür bildet ein breit abgestützter Anzug von Mark Eichner (FDP), der am Mittwoch im Grossen Rat eingegangen ist. Dieser verlangt eine Verlängerung der Betriebsdauer für die Buvetten. Deren Saison ist heute noch auf sechs Monate begrenzt. Damit verpassen sie oft den Frühlingsanfang oder goldene Herbsttage. Die Flexibilisierung könnte aber ihren Preis haben. Bei der Vergabe der Buvetten-Pachtverträge könnte der Betrieb einer Grillstelle zur Auflage gemacht werden. «Wenn sie länger als sechs Monate geöffnet haben dürfen, kann man das schon verlangen», sagt Kessler.

Die Forderung nach mehr solchen Grillstellen kommt nicht von ihm alleine. Bei der Anwohnerschaft rund um die Oetlinger Buvette erfreut sich der Grill grosser Beliebtheit. Seit er in Betrieb ist, hat sich die Wildgrillierproblematik lokal beruhigt.

Bis aber die übrigen Buvetten ebenfalls mit Elektrogrills bestückt sind, wird es noch eine Weile dauern. «Wir arbeiten darauf hin», sagt Niklaus Hoffmann, Leiter der Allmendverwaltung. Eine Änderung der Betriebsauflagen sei erst für die nächste Vertragsperiode möglich. Als erstes wäre dies bei der Rhyschänzli-Buvette 2016 der Fall. Die anderen Buvetten haben noch jüngere Verträge, die jeweils für fünf Jahre gelten.

Stadt sollte sich an Grills beteiligen

Die Kosten für den Betrieb eines öffentlich nutzbaren Grills tragen die Buvetten notabene selbst - ein nicht zu unterschätzender Aufwand. Im Gegensatz zu Australien, wo die «Public BBQs» weit verbreitet sind, reinigen sie die Nutzer hier nicht selbst. «Es ist eine tolle Sache, lohnen tut es aber nicht», sagt Eva Baudenbacher, Geschäftsführerin der Oetlinger Buvette. «Wir machen das aus einer soziokulturellen Überzeugung heraus.»

Sie würde mehr solche Brutzelstationen begrüssen, allerdings sei hier auch die Stadt gefordert. «Hier wird die Lösung eines gesellschaftlichen Problems Privaten übertragen, das geht nicht», findet Baudenbacher. Damit dürfte sie beim Kanton vorderhand auf Granit beissen. Mit der Ausdehung der Betriebsbewilligung liessen sich die Mittel dafür erwirtschaften, glaubt Kessler.

Übrigens könnten auch die Sonnenbadenden am Birsköpfli schon bald in Genuss einer Grillstation kommen. Dort wird die Pacht des Parkpavillons neu vergeben. «Wer von den Bewerbern ein solides Grillkonzept präsentieren kann, hat sehr gute Chancen, den Zuschlag zu erhalten», lässt Hoffmann durchblicken.

Deine Meinung